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Verkehrsbilanz 2015 : Hamburg: Fast 11.000 Autofahrer mit Handy am Ohr erwischt

vom

Viele Fahrer sind wegen Tippens auf dem Smartphone ein ernsthaftes Verkehrsrisiko. Das Dunkelfeld sei riesengroß.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2016 | 19:15 Uhr

Hamburg | Es sind erschreckende Zahlen: Die Hamburger Polizei hat im vergangenen Jahr 10.904 Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer oder Lenker geahndet. Im Vorjahr waren 9703 illegale Handy-Nutzer im Straßenverkehr erwischt worden, wie der Leiter der Verkehrsdirektion, Ulf Schröder, am Dienstag bei der Vorstellung der Verkehrsbilanz 2015 sagte. „Dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, das ist uns allen völlig klar. Das Dunkelfeld ist riesengroß“, sagte Schröder zum Ergebnis der Kontrollen.

Der Verstoß gegen das Handyverbot am Steuer wird von vielen Autofahrern als Bagatelle angesehen. Dabei gilt das Verbot schon für das Wegdrücken eines Anrufs. Wer sich nicht daran hält, wird mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg bestraft. Das ist vergleichsweise milde: In Dänemark werden 200 Euro fällig. Aus gutem Grund: Viele Menschen bauen Unfälle, wenn sie abgelenkt sind.

Auch Radfahrer telefonierten beim Treten in die Pedalen. Sogar einen fahrenden Motorradfahrer mit dem Smartphone in der Hand habe er schon beobachtet. Um die Fahrer zu ertappen, müssen die Beamten oft keinen großen Aufwand betreiben: „Wir haben selbst bei den Standkontrollen - das heißt also, eine Kontrollstelle, die eigentlich vorhersehbar ist, wenn ich ein bisschen nach vorne gucke - zunehmend Autofahrer, die mit dem Handy am Ohr auf den Anhalteposten zufahren“, sagte Schröder.

Einer neuen Studie zufolge sind alarmierend viele Autofahrer wegen Lesens und Tippens auf dem Smartphone ein ernsthaftes Verkehrsrisiko.

Aber: Telefonieren am Steuer als Unfallursache wird nicht erfasst, kritisieren Experten. Sie gehen davon aus, dass Telefonieren am Steuer Alkohol als Unfallursache mittlerweile überholt hat.

Verkehrspsychologen der Technischen Universität Braunschweig stellten bei der Beobachtung von rund 12.000 vorbeifahrenden Autos fest, dass 4,5 Prozent der Fahrer mit dem Mobiltelefon hantierten. Damit sei dieser Anteil höher als der der telefonierenden Fahrer. Über die unveröffentlichte Studie hatten am Montag die Radiosender NDR Info und N-Joy berichtet.

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