Stadtentwicklung : Hamburg eröffnet den Baakenpark in der Hafen City

Der Baakenpark: Die Aussicht vom Himmelsberg.

Der Baakenpark: Die Aussicht vom Himmelsberg.

Die künstliche Insel soll ab Sonnabend die Freizeitqualität im jungen Hamburger Stadtteil steigern.

shz.de von
03. Mai 2018, 17:29 Uhr

Hamburg | Am Sonnabend eröffnet Bürgermeister Peter Tschentscher den Baakenpark in der HafenCity, eine künstliche Insel, die die Freizeitqualität im jungen Stadtteil steigern soll. Zur Feier des Tages wird mit Einbruch der Dunkelheit Luis Bunuels Film „Robinson Crusoe“ vorgeführt, in dem Freitag als treuer Gefährte dem gestrandeten Robinson beisteht.

„Man fühlt hier noch die Weltatmosphäre eines Hafens, aber trotzdem gibt es Ecken, in denen man sich auch geborgen fühlen kann“, sagt Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher: „Hier kann jeder das Grün und die Nähe zum Wasser genießen oder auch Sport treiben. Der Baakenpark ist ein Beispiel, dass großstädtische Dichte sehr gut mit grüner Lebensqualität einhergehen kann.“

So sieht der neue Baakenpark von oben aus:

 

Würde Robinson heute an der Baakenpark-Halbinsel stranden, müsste er zwar erstmal eine Deichböschung hinaufklettern, langweilig würde es ihm dann aber wohl nicht so schnell. Zwei Dutzend Kinder bevölkern bereits den umzäunten Spielplatz mit Klettergelegenheiten, einem kleinen Bolzplatz und Basketballkörben. Sie laufen auf Kunstrasen, weil der Menschenmassen und Hochwasser einfach besser aushält als das natürliche Vorbild.

Das viereinhalbjährige Projekt kostete 15,3 Millionen Euro. 350.000 Tonnen Elbsand wurden mit Laderaumsaugbaggern herbeigeschifft, um dem Hafenbecken das „grüne Zentrum der östlichen HafenCity“ abzuringen, wie Tschentscher es bezeichnet. „Nord- und Südseite des Quartiers wachsen so zusammen“, beschreibt Chefentwickler Jürgen Bruns-Berentelg den „nachbarschaftlichen Begegnungsort umgeben von Wasser“.

Bürgermeister Peter Tschentscher und der Chefentwickler des Baakenparks Jürgen Bruns-Berentelg.
Folke Havekost

Bürgermeister Peter Tschentscher und der Chefentwickler des Baakenparks Jürgen Bruns-Berentelg.

 

Wohnungen und Arbeitsplätze geplant

Deshalb gibt es bei der Eröffnungsfeier (Sonnabend 14 bis 21 Uhr, Sonntag 10 bis 19 Uhr) neben Musik und Tanz, Sport und Spiel auch „Tische der Begegnung“, an denen Anwohner, Experten und Interessierte sich über Stadtteilentwicklung austauschen können. Im gesamten Quartier Baakenhafen sollen bis 2021 rund 3600 Wohnungen und 15.500 Arbeitsplätze entstehen, die ersten Bewohner sind im April eingezogen.

Neben dem Spielplatz befinden sich Liegewiese, Himmelsschaukeln und Trimmdichgeräte. Der Baakenpark besteht aus drei verschiedenen Plateaus. Besucher sollen das gerade 1,6 Hektar große Gelände nicht sofort überblicken, sondern nach und nach entdecken, erläutert Landschaftsarchitekt Felix Schwarz.

Stadtentwicklungsprofessor: „Der Abhang ist auch zum Rodeln geeignet“

Die Erhebung am östlichen Abschluss des Parks ist gleichwohl nicht zu übersehen. Der über Treppenstufen erklimmbare „Himmelsberg“ ist mit seinen 15 Höhenmetern zwar eher ein Pfeffersackhügel. Die mit Grasmatten verkleidete Sandpyramide bietet aber einen vorzüglichen Panoramablick über das kranbepflanzte Areal, auf dem in den nächsten Jahren der Ostteil der HafenCity entsteht.

Am Himmelsberg findet zum Feierwochenende das „Bergballspiel“ statt – da könnte Robinson Crusoe also in die Fußstapfen von Sisyphos treten. Der Stadtentwicklungsprofessor Bruns-Berentelg dachte  schon ein paar Monate weiter: „Der Abhang ist auch zum Rodeln geeignet.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen