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Umstrittene Schiffssicherheitsverordnung : Hamburg: Demo für Erhalt der Traditionsschifffahrt vor Maritimer Konferenz

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Alexander Dobrindt steht nicht nur wegen der Maut in der Kritik: Auch auf dem Wasser hat er neue Gegner heraufbeschworen.

Hamburg | Dutzende Demonstranten haben vor der Maritimen Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Hamburg gegen die geplante Schiffssicherheitsverordnung für Traditionsschiffe protestiert. Sie orientiere sich an der Berufsschifffahrt und sei für ehrenamtliche Besatzungen auf traditionellen Schiffen nicht umsetzbar, teilte eine Sprecherin mit.

Von der neuen Richtlinie wäre nicht nur die Landeshauptstadt Kiel mit der Kieler Woche betroffen, auch Rostock mit der Hanse Sail, Hamburg mit seinem Hafengeburtstag oder Flensburg mit der Dampfrundum müssten um die Attraktivität ihrer Großveranstaltungen fürchten. Eine offizielle Initiative, von Schleswig-Holstein und Niedersachsen eingebracht, fand die Mehrheit im Bundesrat, konnte aber die Ministeriellen in der Bundeshauptstadt nicht zum Umdenken bringen.

Vor der Handelskammer Hamburg führten die Demonstranten ein Theaterstück auf, in dem als Politiker maskierte Darsteller Schiffsmodelle mit Hämmern zerschlugen. „Wir fordern Angela Merkel dringend auf, sich wie in den Koalitionsvereinbarungen festgelegt, für den Erhalt der Traditionsschifffahrt einzusetzen“, forderte ein Crewmitglied des Traditionsschiffs „Jonas von Friedrichstadt“.

Ein als Bundesverkehrsminister Dobrindt verkleideter Demonstrant zerschlägt Flaschen mit Bildern von Traditionsschiffen darin.
Ein als Bundesverkehrsminister Dobrindt verkleideter Demonstrant zerschlägt Flaschen mit Bildern von Traditionsschiffen darin. Foto: dpa
 

Bei der 10. Maritimen Konferenz wollte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) unter anderem Maßnahmen vorstellen, die die Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft voranbringen sollen. Das in der Hansestadt entstehende Deutsche Maritime Zentrum DMZ soll sich künftig um Themen der maritimen Branche wie Digitalisierung, Ausbildung, Umweltschutz und Wissenstransfer kümmern und für die Branchen koordinieren. Das Bundesministerium für digitale Infrastruktur stellt dafür rund neun Millionen Euro bis 2019 bereit.

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erstellt am 04.Apr.2017 | 10:47 Uhr

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