Eine Biene für die Autobahn : Hamburg: Das A7-Deckel-Mobil informiert

Wirtschaftssenator Frank Horch mit den Deckelmobil-Mitarbeiterinnen Josefin Bock (links) und Carolin Wirch.
Wirtschaftssenator Frank Horch mit den Deckelmobil-Mitarbeiterinnen Josefin Bock (links) und Carolin Wirch.

Der kleine Piaggio-Transporter rollt künftig gegen den Staufrust beim Ausbau der A7 an. Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch stellte die mobile Bürgerinfo-Station jetzt vor.

shz.de von
06. Juni 2014, 19:43 Uhr

Hamburg | Es sieht aus wie eine Mischung aus italienischem Gemüsestand und Gärtnerei-Transporter: Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) hat gestern das A7-Deckel-Mobil vorgestellt, ein dreirädriges Roller-Gefährt der Marke Piaggio. Das Italo-Vehikel soll ab sofort gegen den Staufrust beim Ausbau der Autobahn 7 anrollen. Als Infomobil geht das Fahrzeug auf Mission durch den Hamburger Westen, um Autobahn-Anwohner und andere Betroffene über die die mehr als zehn Jahre dauernde Langzeitbaustelle aufzuklären - und manchmal wohl auch, um zu beruhigen.

Horch: „Information und Transparenz sind bei einem Projekt dieser Größenordnung unabdingbar. Sie stärken die Identifikation mit und das Verständnis  für die Maßnahmen.“ Die Idee folgt den Beispielen stationärer Bürgerinfo-Stationen in Hamburg, wie in der HafenCity, zur Neuen Mitte Altona und beim U4-Bau. Zum Ausbau einer Autobahn samt Überdeckelung mit Lärmhauben passe jedoch ein beweglicher Infostand besser, befanden die Strategen in der Verkehrsbehörde. Gesagt, getan. Der Piaggio TM 703 Ape (italienisch für „Biene“) wurde speziell für diesen Zweck umgestaltet und mit einer Lackierung im Rasen-Look versehen – in Anspielung auf die geplante Begrünung des A7-Deckels.

Innen steckt der großstadtgängige Pritschenwagen voller Multimedia-Technik, so der Senator. Präsentationen und Visualisierungen sollen Interessierten anschaulich machen, wie die Autobahn nicht nur breiter, sondern teilweise auch zum Tunnel wird.  

Allerdings: Die rollende Infozentrale wird nur auf Hamburger Stadtgebiet eingesetzt. Etwas überraschend sind Ausflüge der „Biene“ ins Umland nicht vorgesehen. Erstmals wird das grüne Aufklärungs-Mobil heute seine Seitenwände vor der O2 World zum Gastspiel des Cirque du Solei hochklappen. Weitere Stationen in den kommenden Monaten sind unter anderem die Hightech-Arena bei HSV-Heimspielen, die Messe „Du und Deine Welt“, vor allem aber Wochenmärkte, Stadtteilfeste und Großverbrauchermärkte.

Besetzt ist der Kleintransporter mit jeweils zwei Studentinnen oder Studenten, die Fragen zum Mammutprojekt beantworten, Infomaterial verteilen – und ausdrücklich auch Beschwerden entgegen.

Die werde es reichlich geben, ist sich die Opposition sicher. CDU-Verkehrsexperte Klaus-Peter Hesse nannte den Infoflitzer auf drei Rädern nicht ausreichend angesichts der Dimension des Projekts. „Wir brauchen echte Informationen und eine echte Beteiligung für die Betroffenen.“ Hesse regte dabei auch eine Art Staukompensation für Spediteure an. Er will den Schwerlastverkehr für die Dauer der Mammutbaustelle von der Lkw-Maut befreit sehen.

SPD-Verkehrsexpertin Martin Koeppen lobte das Deckel-Mobil dagegen als „Start einer weiteren Informationsoffensive“ zur A7. Auch die Sorgen der Spediteure nehme die Regierungspartei ernst. Laut Koeppen laufen Gespräche über einen „möglichst reibungsloser Güter- und Wirtschaftsverkehr“ während der Bauphase.

Infos zum Deckel-Mobil:

www.hamburg.de/a7-deckel

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