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Millionen für neues Deutsches Hafenmuseum : Hamburg bekommt Viermastbark „Peking“ zurück

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Der größte deutsche Hafen in Hamburg bekommt sein Denkmal: ein repräsentatives Museum und ein Schiff.

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2015 | 17:45 Uhr

Hamburg | Mindestens ist es eine kleine Sensation – vielleicht auch eine etwas größere: Nach langjährigen Bemühungen erhält Hamburg nun doch das erste nationale deutsche Hafenmuseum und dazu als Sahnehäubchen und Prunkstück die historische Viermastbark „Peking“ als Museumsschiff zurück. Das Erstaunlichste: Die Erfüllung des Doppelwunschs zahlt der Bund. Der Haushaltsausschuss in Berlin hat gestern für beide Projekte insgesamt 120 Millionen Euro zugesagt.

Für das Geld werde es eine Neuerrichtung des vorhandenen, aber überschaubaren Hafenmuseums an den 50er Schuppen geben, hieß es aus der Kulturbehörde. Der Standort am Hansahafen dürfte dabei erhalten bleiben, vis-à-vis des geplanten Olympia-Geländes auf dem Kleinen Grasbrook. Erstmals solle dort dann ein eigenständiges großes Museum für die Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Hafens entstehen. Die Kulturbehörde kündigte an, nun mit allen beteiligten Institutionen und Initiativen eine genaue Konzeption und Planung zu erarbeiten sowie die Höhe der Betriebskosten zu ermitteln; diese sind von Hamburg zu tragen.

Für den überaus warmen Regen aus Berlin hatten sich vor allem zwei Hamburger Bundestagsabgeordnete stark gemacht, die sich gestern entsprechend über ihren Erfolg freuten. Der CDU-Parlamentarier Rüdiger Kruse stellte das kommende Hafenmuseum in seiner historischen Bedeutung auf eine Stufe mit der Zeche Zollverein in Essen und der Völklinger Hütte im Saarland. Hamburg sei dafür der perfekte Standort, die Stadt stehe heute wie früher exemplarisch für Handel und Schifffahrt, so Kruse. Sein SPD-Mitstreiter Johannes Kahrs assistierte: „Ganz besonders freut mich die Rückholung der ,Peking‘.“

Die „Peking“ in Manhattan.

Die „Peking“ in Manhattan.

Foto: dpa

Tatsächlich nimmt damit ein schon verloren geglaubter Kampf um ein Stück schwimmender Hamburger Hafengeschichte doch noch ein gutes Ende. Schon vor drei Jahren hatten Schifffahrtsfreunde aus der Hansestadt versucht, die historische Viermastbark von New York an die Elbe zurückzuholen, waren aber am fehlenden Geld gescheitert. Die „Peking“ - 1911 bei Blohm + Voss erbaut und einer der legendären „Flying P-Liner“ der Reederei Laiesz - liegt seit Jahrzehnten in Manhattan in einem Schifffahrtsmuseum. Die Amerikaner wollen den 115 Meter langen, arg ramponierten Frachten-Windjammer loswerden und wären bereit, ihn an die Hamburger zu verschenken. Doch erst jetzt steht ausreichend Geld in Aussicht, um die kostspielige Atlantik-Überführung per Spezialschiff sowie die Restaurierung zu stemmen.

Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) wertete die Unterstützung des Bundes als „große Anerkennung für das, was die Kultureinrichtungen in der Stadt auch im nationalen und internationalen Kontext leisten“. Das deutsche maritime Museum eröffne die Möglichkeit, die Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Hafens in einem größeren Zusammenhang darzustellen.

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