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Neues Reinigungskonzept : Hamburg: Bahnhofsumfeld soll sauberer werden

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Die Stadtreinigung übernimmt die Reinigung in der Umgebung des Hauptbahnhofs hauptverantwortlich – fast rund um die Uhr.

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 13:41 Uhr

Hamburg | Schluss mit schmutzig: Die Umgebung des Hamburger Hauptbahnhofs soll deutlich sauberer werden. Ein am Mittwoch vorgestelltes neues Reinigungskonzept sieht vor, die 25.000 Quadratmeter Außenflächen an Deutschlands meist genutztem Bahnhof häufiger und intensiver zu säubern. So intensiv, dass sogar Neid aufkommen könnte, wie Rüdiger Siechau, Chef der Stadtreinigung, augenzwinkernd ankündigte: „Manche Hausfrau wird sagen: ,So sauber müsste es bei mir zu Hause auch mal sein'.“

513.000 Menschen nutzen den Knotenpunkt täglich. Während im Inneren die Deutsche Bahn für Sauberkeit und Ordnung zuständig ist, gab es für die öffentlichen Flächen drum herum bisher getrennte Verantwortlichkeiten zwischen Bezirk Mitte, Stadt und Bahn. Seit Anfang des Jahres liegt die Zuständigkeit allein bei der Stadtreinigung. Die will dem Dreck auf den Plätzen und Wegen künftig jeden Tag nonstop von 6 bis 22 Uhr zu Leibe rücken. Dafür werden eigens vier Mitarbeiter im Zwei-Schichtbetrieb eingesetzt.

Zur Verfügung steht ihnen außer Besen und Schaufeln auch ein Fuhrpark aus vier Hightech-Reinigungsmaschinen. Mit einer elektrischen Scheuersaugmaschine wird das Gebiet täglich nass gereinigt, ein Stadtstaubsauger („Glutton“, engl. für Vielfraß) entfernt Zigarettenkippen aus Fugen, Rinnen und Ecken, eine Kehrmaschine mit Schrubbdeckvorbau ist zur wöchentlichen Großflächennassreinigung in der Nacht gedacht, und ein Fahrzeug mit Hochdruckreiniger steht für die Säuberung von Wänden und Pfeilern sowie die Entfernung von Urin und Fäkalien zur Verfügung. Die beiden öffentlichen Urinale auf dem Hachmannplatz sollen künftig mindestens fünfmal am Tag gereinigt werden.

Den Großangriff auf den Dreck am Hauptbahnhof sieht Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) als politische Pflicht: „Sauberkeit ist ein wichtiger Teil urbaner Lebensqualität. Straßen, Plätze und Parks sauber zu halten, ist darum eine öffentliche Aufgabe, die wir ernst nehmen.“ Eine Vertreibung der Obdachlosen und biertrinkenden Dauerbesucher sei damit allerdings nicht beabsichtigt, versicherte Kerstan.

In diesem Sinne sind am Mittwoch auch die „Trinker-Zacken“ vor der Sicherheitswache wieder verschwunden. Die Bahn hatte den Betonsockel vor der Wache kürzlich mit einer Reihe scharfer Metallzacken versehen, damit sich dort keine Alkoholiker und andere Randständige hinsetzen. Nach öffentlichen Protesten, auch von Bezirk-Mitte-Chef Falko Droßmann, schweißten Arbeiter die Barriere wieder ab. Die Bahn will dort nun Glasscheiben installieren.

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