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Neue Mitte Altona : Hamburg: Bahn frei für das Vorzeigequartier

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An Größe und Bedeutung wird die Neue Mitte Altona nur von der HafenCity übertroffen: Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Stadt und die Eigentümer auf die Bebauung ehemaliger Bahnflächen verständigt. Eine Frage bleibt aber offen.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 08:51 Uhr

Hamburg | Der Weg für das zweitgrößte Stadtentwicklungsgebiet in Hamburg ist frei. Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Stadt und die Eigentümer jetzt auf die Bebauung ehemaliger Bahnflächen im Zentrum Altonas verständigt. Auf dem insgesamt 75 Hektar großen Areal nördlich und östlich des Altonaer Bahnhofs sollen zunächst 1600, in einem zweiten Abschnitt dann weitere 1900 Wohnungen entstehen. An Größe und Bedeutung wird die Neue Mitte Altona nur von der HafenCity übertroffen.

In trockenen Tüchern ist nun zunächst der erste Bauabschnitt, der im Herbst 2014 starten könnte. Nach Angaben von Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau (SPD) hat die Stadt mit den Eigentümern ECE, Aurelis und einem Konsortium mehrerer Immobilienfirmen einen städtebaulichen Vertrag ausgehandelt, der die wesentlichen Einzelheiten des Quartiers festlegt. Kernpunkt ist ein sogenannter Drittelmix bei der Wohnbebauung. Blankau: „Es wird ein Drittel geförderte Wohnungen geben, ein Drittel frei finanzierte sowie höchstens ein Drittel Eigentumswohnungen.“

Zudem garantieren die Besitzer Kleingewerbetreibenden und Handwerkern Mini-Mieten von vier bis acht Euro pro Quadratmeter für die ersten drei Jahre. Und: Die Immobilienunternehmen müssen 20 Prozent der Flächen an Baugemeinschaften veräußern. Blankau sprach von einem guten Ergebnis „teils zäher Gespräche“: „Durch die Verwirklichung des geförderten Wohnraums und die Flächen für Baugemeinschaften wird es ein Quartier für alle werden.“ Erfreulich sei auch die Festlegung, das Quartier barrierefrei zu gestalten.

Im Gegenzug erhalten Aurelis, ECE und das Konsortium „112.Panta“ das Baurecht auf den lukrativ gelegenen Flächen. Für die daraus resultierende Wertsteigerung der Grundstücke beteiligen sich die Eigentümer laut Vertrag mit knapp 48 Millionen Euro an den Entwicklungskosten des neuen Stadtteils. Unter anderen tragen sie die Kosten für die aufwändige Altlastensanierung auf den vielfach belasteten ehemaligen Bahngrundstücken – mit 18 Millionen Euro ein besonders dicker Brocken. Die Übernahme dieser Kosten war einer der größten Streitpunkte in den langwierigen Verhandlungen.

Außerdem finanzieren die Eigentümer den 2,7 Hektar großen Park im Zentrum des Quartiers, die Einrichtung von 300 Kita-Plätzen sowie Lärmschutzfenster in den Gebäuden. Wer die Stadtteilschule für die Neue Mitte Altona zahlt, ist dagegen noch offen. Die städtischen Erschließungskosten bezifferte die Senatorin auf insgesamt 16,4 Millionen Euro. Unterschrieben ist der städtebauliche Vertrag allerdings noch nicht. Zuvor werde es mehrere öffentliche Veranstaltungen geben, um den Bürgern die Planungen vorzustellen, so die Senatorin. „Ich gehe aber davon aus, dass der Vertrag im Wesentlichen Bestand haben wird.“ Blankau hofft auf den Beginn der Erschließung in einem Jahr. Die ersten Bewohner könnten 2017 einziehen.

Völlig offen ist dagegen weiterhin, ob es den angestrebten zweiten Bauabschnitt jemals geben wird. Noch immer hat die Deutsche Bahn nicht entschieden, ob sie die dafür notwendige Verlegung des Bahnhofs Altona nach Diebsteich tatsächlich vornehmen will. Bahnchef Rüdiger Grübe hat eine Entscheidung für Anfang 2014 angekündigt.

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