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Blutige Messerattacke auf Ex-Freundin : Hamburg: Anklage fordert zehn Jahre Haft für 34-Jährigen

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Aus Verzweiflung über die Trennung soll ein Mann in Hamburg seine Ex-Freundin mit einem Messer attackiert und beinahe getötet haben. Die Staatsanwaltschaft will den Angeklagten viele Jahre ins Gefängnis schicken.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2014 | 12:27 Uhr

Hamburg | Ein 34-Jähriger aus Hamburg, der seine Ex-Freundin mit zahlreichen wuchtigen Messerstichen beinahe umgebracht hat, soll nach dem Willen der Anklage zehn Jahre hinter Gitter. Der Mann sei wegen versuchten heimtückischen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu verurteilen, forderte der Staatsanwalt am Freitag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht. „Er konnte und wollte die Trennung nicht akzeptieren. Sein Motiv war die Verzweiflung über das Verlassenwerden.“ Sein Motiv war die Verzweiflung über das Verlassenwerden.“ Die Verteidigung verlangte höchstens sechs Jahre Haft. Das Urteil wird am kommenden Dienstag erwartet.

Der Angeklagte hatte die Bluttat beim Prozessauftakt weitgehend gestanden - aber auch betont, er habe keine konkrete Erinnerung daran. Am Tattag Mitte Januar lauerte er der 27-Jährigen laut Anklage „überfallartig“ vor der Wohnungstür auf, als sie ihren Sohn gerade zur Schule bringen wollte. Er drängte beide zurück in die Wohnung und bekniete die Frau vergeblich, ihm eine zweite Chance zu geben. Als die 27-Jährige gerade auf der Toilette saß, zog der Mann nach Ansicht der Staatsanwaltschaft plötzlich ein Messer und fügte ihr in rasendem Tempo mindestens 20 Stiche und Schnitte zu. „Das Vorgehen des Angeklagten war brandgefährlich“, sagte der Staatsanwalt. Er habe das Herz des Opfers nur knapp verfehlt. „Er hat gezielt eine Situation gewählt, in der es den größtmöglichen Überraschungseffekt gab.“ 

Der damals siebenjährige Sohn des Frau musste den Messerangriff zwar nicht mitansehen, konnte den Tumult in seinem Kinderzimmer jedoch hören - und sah seine Mutter schließlich blutüberströmt. Das Opfer und der Kleine leiden bis heute unter den Folgen der Tat, beide werden psychotherapeutisch behandelt. Es habe sich nicht um eine spontane Tat gehandelt, betonte der Staatsanwalt. „Die Trennung lag schon einige Wochen zurück.“ Die Verteidigerin dagegen hält den Angriff auf die Frau für eine Tat im Affekt: „Er hatte keinen Tatentschluss, als er zu ihr fuhr.“ Sie beschrieb den 34-Jährigen als unsichere, zur Depression neigende Persönlichkeit. Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte erklärt, der Angeklagte sei voll schuldfähig. Die Nebenklage - das Opfer tritt vor Gericht als Nebenklägerin auf - schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Seine Mandantin hoffe, dass ihr Sohn so stark und so alt wie möglich sei, wenn der Angeklagte aus dem Gefängnis entlassen werde, erklärte der Anwalt.

Nach dem Messerangriff war der 34-Jährige nach eigenen Angaben mit einem Taxi nach Hause gefahren. Dort versuchte er, sich mit einem Sprung vom Balkon das Leben zu nehmen. In seinem „letzten Wort“ vor Gericht sagte der Mann am Freitag, er habe nicht vor, noch einmal Kontakt mit seiner Ex-Freundin und deren Sohn aufzunehmen. „Ich werde versuchen, mein Leben auf die Reihe zu kriegen.“

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