Fluglärm : Hamburg Airport: CDU will Lärmschutz ausdehnen

<p>Die Anzahl der Flugbewegungen in Hamburg habe zuletzt stark zugenommen, so CDU-Flughafen-Experte Dennis Thering.</p>
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Die Anzahl der Flugbewegungen in Hamburg habe zuletzt stark zugenommen, so CDU-Flughafen-Experte Dennis Thering.

Die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft will, dass künftig auch Anwohner außerhalb der gesetzlichen Lärmschutzzonen einen Anspruch auf Schallschutzfenster und Lüfter erhalten.

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07. November 2017, 07:14 Uhr

Hamburg | Neuer Vorstoß im Kampf gegen die Fluglärmebelastung rund um den Hamburger Airport: Die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft will, dass künftig auch Anwohner außerhalb der gesetzlichen Lärmschutzzonen einen Anspruch auf Schallschutzfenster und Lüfter erhalten. In der Sitzung des Landesparlaments am Dienstag, 7. November, beantragt die Union, den passiven Lärmschutz in der Stadt und im Speckgürtel spürbar auszudehnen. „Da in den letzten Jahren der Fluglärm deutlich zugenommen hat, sind aktuell viele Bürger betroffen, die bisher nicht anspruchsberechtigt sind“, sagte CDU-Flughafen-Experte Dennis Thering zur Begründung.

Rund 40 Millionen Euro hat der Helmut-Schmidt-Flughafen nach eigenen Angaben seit 1974 in die Schalldämmung von Wohnungen, Kitas und anderer Gebäude innerhalb der Einflugschneisen investiert. Im Rahmen mehrerer, meist freiwilliger Lärmschutzprogramme seien in dieser Zeit „fast 20.000 Haushalte mit Schallschutzfenstern versehen und/oder mit annähernd 10.000 Schalldämmlüftern in Schlaf- und Kinderzimmern bestückt worden“. Den Großteil der Umrüstungskosten übernehmen der Flughafen sowie Hamburg und Schleswig-Holstein, wo Haushalte in Norderstedt, Quickborn und Hasloh berechtigt sind.

Kostnerstattung nur innerhalb der Lärmzonen

Allerdings: Erstattet werden die Kosten für den Einbau nur bei Gebäuden innerhalb der festgelegten Lärmzonen – alle anderen Airport-Anrainer müssen die Schutzeinrichtungen aus eigener Tasche zahlen. Nach den 2007 zuletzt angepassten Grenzwerten kommt derjenige in Genuss staatlicher Zuschüsse, der tagsüber einen Dauerschallpegel von mindestens 65 Dezibel (dBA) auszuhalten hat, nachts sind es 55 Dezibel.

Allerdings, so Thering, habe die Anzahl der Flugbewegungen in Hamburg zuletzt so stark zugenommen, dass sich auch Bewohner außerhalb dieser bevorzugten Gebiete immer stärker unter dem Krach der Jets leiden. „Dass der Lärm bei Anwohnern in den Grenzgebieten, sprich, nur wenige Meter von der jeweiligen Schutzzone entfernt, oftmals als ebenso belastend empfunden wird, findet keine Berücksichtigung.“ 

Die CDU legt sich indes nicht fest, wie weit sie den Kreis der schutzwürdigen Anwohner ziehen will. Im Antrag fordert die Union den Senat auf, die Belastungen zunächst von einer der Expertenkommission feststellen zu lassen und das Lärmschutzprogramm danach entsprechend auszuweiten.

Die Fluglärmschutzinitiative für Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) begrüßt den Vorstoß zwar grundsätzlich. Allerdings sagt BAW-Sprecher Martin Mosel auch: „Für uns gilt es in erster Linie, den Fluglärm an der Quelle zu bekämpfen und die Belastungen nachhaltig zu reduzieren.“ Letztlich legitimierten passive Lärmschutzmassnahmen nur den Status Quo. Markus Lorenz

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