Gottesdienst und Einlaufparade : Hafengeburtstag: Traditionssegler nehmen Kurs auf Hamburg

Auf der Elbe haben zahlreiche Traditionsschiffe Kurs auf den Hamburger Hafen genommen.
Foto:

Auf der Elbe sind zahlreiche Traditionsschiffe auf dem Weg in den Hamburger Hafen.

Die Einlaufparade gilt als Höhepunkt des Tages. Bis Sonntagabend werden mehr als eine Million Besucher erwartet.

shz.de von
05. Mai 2017, 16:00 Uhr

Hamburg | Bei Regen und Temperaturen unter 10 Grad ist der Hamburger Hafen am Freitag in sein Geburtstagswochenende gestartet. Traditionell fand zu Beginn im Michel ein ökumenischer Eröffnungsgottesdienst statt, den neun Geistliche aus fünf Nationen unter dem Motto „Land in Sicht“ abhielten - begleitet von einem Shanty-Chor. Offiziell eröffnet wurde der 828. Hafengeburtstag dann ohne Niederschlag auf dem Museumsschiff „Rickmer Rickmers“ an den Landungsbrücken. An Bord läutete Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz die Schiffsglocke des Dreimasters. Die anschließenden Böllerschüsse waren der Startschuss für die beliebte Einlaufparade, die mit über 100 Schiffen eine logistische Herausforderung auf der Elbe ist.

Bis Sonntagabend erwarten die Veranstalter wieder mehr als eine Million Besucher. Entlang den Landungsbrücken herrschte trotz fehlenden Sonnenscheins am Eröffnungstag schon Volksfestlaune: Hier drängelten sich die Hafenbesucher zwischen Essbuden, Riesenrad und Zuckerwatteständen.

Maritime Fans kommen in diesem Tagen mit dem Blick auf insgesamt über 300 Boote, Schiffe und andere Wasserfahrzeuge auf ihre Kosten: Windjammer, Kreuzfahrtschiffe, historische Museumsschiffe und Einsatzfahrzeugen von Polizei und Feuerwehr präsentieren sich auf dem Fluss. Höhepunkt des größten Hafenfestes der Welt ist am Samstagabend das Schlepperballett. Fünf bis zu 3000 PS starke Schlepper, normalerweise für den reibungslosen Schiffsverkehr im Hafen verantwortlich, „tanzen“ zu Hits. Viele der Traditionsschiffe passieren am Nachmittag Blankenese:

Unterwegs zum Hafengeburtstag.
Foto: Joachim Dreykluft
Unterwegs zum Hafengeburtstag.
Kleine und große Segelschiffe fahren gemeinsam auf der Elbe.
Foto: Joachim Dreykluft

Kleine und große Segelschiffe fahren gemeinsam auf der Elbe.

Auch die Marine ist zu Gast.
Foto: Joachim Dreykluft
Auch die Marine ist zu Gast.
Der Gaffelschoner „Ide Min“.
Foto: Joachim Dreykluft

Der Gaffelschoner „Ide Min“.

Die dänische Marine ist ebenfalls eingeladen.
Foto: Joachim Dreykluft

Die dänische Marine ist ebenfalls eingeladen.

Der Großsegler „Artemis“ von 1926 wurde 2001 von einer niederländischen Investorengruppe gekauft und aufwändig restauriert und umgebaut.
Foto: Joachim Dreykluft

Der Großsegler „Artemis“ von 1926 wurde 2001 von einer niederländischen Investorengruppe gekauft und aufwändig restauriert und umgebaut.

Das Museumsfrachtschiff „Cap San Diego“ von 1961 begleitet die Einlaufparade.
Foto: Joachim Dreykluft

Das Museumsfrachtschiff „Cap San Diego“ von 1961 begleitet die Einlaufparade.

Die Crew eines Schiffes setzt ein Zeichen für den Erhalt der Traditionsschifffahrt.
Foto: Joachim Dreykluft

Die Crew eines Schiffes setzt ein Zeichen für den Erhalt der Traditionsschifffahrt.

Protest gab es auch an Land vor der Kulisse der Einlaufparade: Die Traditionsschiffer Lukas Schruhl (von links), Bastian Reese und Annika Härtel.
Foto: Markus Lorenz

Protest gab es auch an Land vor der Kulisse der Einlaufparade: Die Traditionsschiffer Lukas Schruhl (von links), Bastian Reese und Annika Härtel.

 

Für das abendliche Feuerwerk gibt es seit diesem Jahr eine neue Aussichtsplattform: Die Plätze auf der Plaza der Elbphilharmonie waren jedoch bereits früh ausgebucht. Am Sonntag geht das Fest mit einer großen Auslaufparade am Abend zu Ende.

„Wenn es in Hamburg läuft, dann ist das gut für Deutschland“, würdigte Bürgermeister Scholz bereits am Freitagmorgen in einer Rede auf dem Übersee-Tag die Bedeutung des Hafens für den Handel in der Republik. Die Geburtsstunde des Hafens geht auf einen Freibrief von Kaiser Friedrich Barbarossa zurück: Am 7. Mai 1189 gewährte er Schiffen auf der Elbe von Hamburg bis zur Nordsee Zollfreiheit. Den Hafengeburtstag feiern die Hanseaten offiziell aber erst seit 1977. Im großen Stil findet er seit dem 800-jährigen Bestehen des Hafens im Jahr 1989 statt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen