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Einlaufparade in Hamburg : Hafengeburtstag: Schiffeschauen bei Schietwetter

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Mit Blitz und Donner ist der 825. Hamburger Hafengeburtstag eröffnet worden. Zehntausende Besucher trotzen dem schlechten Wetter. Vom angekündigten südamerikanischem Flair ist noch nicht viel zu spüren.

Hamburg | Wasser von allen Seiten: Zu seinem 825. Geburtstag zeigt sich der Hamburger Hafen von seiner schmuddligsten Seite. Es regnet wie aus Kübeln, Blitze zucken über den tiefgrauen Himmel - Hamburger Schietwetter eben. Da muss selbst Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) lachen: „Das Wetter ist hier nicht immer so“, ruft er dem Stadtentwicklungsminister von Buenos Aires, Daniel Chain, zu, kurz bevor der das dreitägige Fest offiziell eröffnet. „Aber wir Hamburger sind ja nicht aus Zucker!“ 

Ein paar Hundert Meter weiter suchen die Zuschauer unter den Dächern der Landungsbrücken Zuflucht. Dicht an dicht drängen sie sich aneinander, bunte Regenschirme säumen das Ufer. Die Plätze vor den Bühnen für das Musikprogramm hingegen sind leergefegt - so übersichtlich war der Hafengeburtstag selten.

Mehr als eine Million Gäste erwarten die Veranstalter bis Sonntag. Viele von ihnen sind weit gereist, wollen sich die Feierlaune vom schlechten Wetter nicht verderben lassen. So wie Andreas Hager, der extra für das Hafenfest aus der Schweiz gekommen ist. „Ich bin selbst Sportbootfahrer“, erzählt der 57-Jährige und zieht sich die Kapuze tiefer ins Gesicht. „Das Wetter wird schon wieder.“ 

Von den ersten Schiffen, die in der traditionellen Einlaufparade den Hafen erreichen, sehen die Besucher aber zunächst nicht viel. Die Fregatte „Hamburg“ an der Spitze der Prozession ist kaum zu erkennen, wären da nicht die Salutschüsse. Mehr als 300 Schiffe werden insgesamt bis Sonntag erwartet.

Geplant war der diesjährige Hafengeburtstag als leidenschaftliche Party mit südamerikanischem Temperament: Gastland Argentinien präsentiert sich auf der Kehrwiederspitze mit Tangokursen und Grillfleisch. Nur das Klima spielt da nicht richtig mit, gibt Michael Wendt zu: „So ein Wetter gibt's in Buenos Aires fast nie“, sagt der Mann, der die Länderpartnerschaft koordiniert.Den einheimischen Betreibern der Buden und Stände schlägt der Regen indes kaum aufs Gemüt. „Ach wat, dat läuft“, sagt Michi Patzer, der seit drei Jahren auf dem Hafengeburtstag Wurstspezialitäten verkauft.

Bedenken, dass der Umsatz dieses Jahr geringer ausfällt, hat er nicht. „Das Wetter gibt's seit Millionen Jahren. Sorgen würde ich mir machen, wenn das auf einmal anders wäre.“  Am Baumwall hockt derweil unter einem Hausdach ein Pärchen und studiert auf dem Tablet die Wetterprognose. „Es wird schlicht nicht besser“, sagt Reiner Nefischer aus Niederbayern. „Fünf Tage lang sind wir hier - irgendwann muss der Regen doch mal aufhören“, ergänzt seine Frau Angela. Worauf sich die beiden denn im Vorfeld am meisten gefreut hatten? „Auf das schöne Wetter“, sagen sie und lachen.

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erstellt am 09.Mai.2014 | 19:11 Uhr

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