Eine Million Besucher : Hafengeburtstag endet mit Sonnenschein und Schiffsparade

Tanzende Schiffe gibt es nur in Hamburg: Das traditionelle Schlepperballett zum Hafengeburtstag.
Tanzende Schiffe gibt es nur in Hamburg: Das traditionelle Schlepperballett zum Hafengeburtstag.

Zu dem Lied „Time to Say Goodbye“ fahren mehr als 300 Schiffe in der Auslaufparade an den Landungsbrücken vorbei.

shz.de von
10. Mai 2015, 16:21 Uhr

Hamburg | Mit der Auslaufparade und insgesamt rund einer Million Besuchern ist der 826. Hamburger Hafengeburtstag zu Ende gegangen. Rund 300 Schiffe fuhren bei Sonnenschein elbabwärts an zehntausenden Besuchern an den Landungsbrücken vorbei. Zu dem Lied

„Time to Say Goodbye“ führte der polnischen Großsegler „Dar Mlodziezy“ die Formation an. „Nicht nur die Windrichtung sondern die gesamten Wetterverhältnisse sind heute ideal“, sagte Hafenkapitän Jörg Pollmann. Es sei der perfekte Ausklang für drei wetterbedingt durchwachsene Tage.

Befürchtungen, dass Unwetter und Bahnstreik die Gäste von dem Volksfest fernhalten könnten, seien nicht eingetroffen, teilten die Veranstalter am Sonntag mit. „Wir sind sehr zufrieden, der Bahnstreik hat uns wenn überhaupt nur gestreift“, sagte die Sprecherin der Hamburg Messe und Congress, Saskia Jöhnk. Prominenter Gast war das Segelschulschiff „Gorch Fock“, das die Einlaufparade anführte. Das traditionelle Schlepperballett und das Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth“ waren für viele Besucher Höhepunkte der dreitägigen Veranstaltung.

„Es ist alles so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“, resümierte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) am Sonntag. In den nächsten Jahren sollen für das Fest weitere Stadtteile einbezogen werden. „Wir wollen diesen Volksfestcharakter noch weiter ausweiten“, sagte Horch. „Weg von der reinen Meile, wo es Bier und Brötchen gibt.“ So wollte man in den kommenden Jahren über die Hafencity hinaus das Hafenfest gestalten.

Eingeleitet hatte den Hafengeburtstag ein Gottesdienst im Hamburger Michel unter dem Motto „Gegen den Wind“ am Freitag. Anschließend gaben Wirtschaftssenator Horch und der Bürgermeister der niederländischen Partnerstadt Groningen, Peter den Oudsten, bei Sonnenschein auf der „Rickmer Rickmers“ den offiziellen Startschuss.

Bei starkem Wind und Wellengang drehten am Samstagabend die Schlepper ihre Pirouetten zu Walzer- und Hardrockklängen. Ausgerechnet zum Beginn des Feuerwerks am Samstagabend gab es den einzigen heftigen Regenschauer bei dem Fest. Trotzdem harrten die Zuschauer an den Landungsbrücken bis zum Ende aus.

Für kurze Irritationen sorgte am Sonntagnachmittag die DDR-Hymne, die beim Einlaufen der MS Stubnitz aus Rostock durch die Lautsprecher ertönte. Es liege aber kein Fehler vor, bestätigte die Sprecherin. Aus historischen Gründen habe man diese Hymne gewählt.

Der dreitägige Partymarathon sei sehr friedlich verlaufen, sagte die Hamburger Polizei. Es habe keine größeren Vorfälle gegeben.

Der Hafengeburtstag wird seit 1977 gefeiert. Er erinnert an den Beginn des zollfreien Handels über die Elbe, den Kaiser Friedrich Barbarossa 1189 mit einem Freibrief ermöglicht haben soll.

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