zur Navigation springen

Amphibien-Fahrzeug : „HafenCity RiverBus“: Das ist Hamburgs neueste Touristenattraktion

vom

Ein schwimmender Bus zeigt Hamburg ab April von einer ganz besonderen Seite – vom Land und Wasser aus.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 16:41 Uhr

Hamburg | Stellen Sie sich vor, Sie steigen in einen Bus und hinter dem Fahrersitz hängt ein orangefarbener Rettungsring. Richtig, Sie befinden sich auf einem Schiff, das zufällig aussieht wie ein Bus. Dieses Erlebnis werden Touristen und Hamburger ab Mitte April haben, wenn der „HafenCity RiverBus“ zu seinen Stadtrundfahrten startet.

Sightseeing zu Lande und zu Wasser ohne Umzusteigen – das ist deutschlandweit ein einmaliges Konzept.

Hinter dieser Idee, die Ende der 90er Jahre entstand, stecken der Reiseverkehrskaufmann Fred Franken und sein Geschäftspartner Jan Peter Mahlstedt, ein gelernter Schifffahrtskaufmann. Zwischen Idee und Realisierung vergingen fast zwölf Jahre, unzählige Gutachten und behördliche Genehmigungen mussten eingeholt werden. „Manchmal dachten wir, jetzt geht es nicht weiter“, sagt Fred Franken, „manchmal waren es Kleinigkeiten, die überwunden werden mussten.“ Jan Peter Mahlstedt besitzt sowohl das Kapitänspatent als auch  den Personenbeförderungsschein.

Der Bus, der eigentlich ein Schiff ist (Tiefgang 1,20 Meter), wurde als Einzelstück in Ungarn gebaut. Er besitzt die Zulassungen des Kraftfahrtbundesamtes, des TÜV Rheinland, des Germanischen Lloyd und hat die  Binnenschiffszulassung für Passagierschiffe. „Es wurde extra dicker Schiffsstahl verarbeitet und die Spanten sind besonders stabil“, sagt Fred Franken.

Das zeigt sich auch im Eigengewicht. 18 Tonnen wiegt das Schiff, nein, der Bus, der auch die Klassifikation M3-Stadtbus besitzt. Basis ist ein MAN-Chassis, zwei BMW-Motoren sorgen für maximal sieben Knoten auf dem Wasser, ein dritter Motor ist für den Fahrbetrieb zu Lande. Der Wasserjet-Antrieb ist um 360 Grad schwenkbar, der Bus kann auf der Stelle drehen. Platz ist für 36 Passagiere, dazu drei Besatzungsmitglieder: Kapitän, Matrose Jürgen Repp und ein Fremdenführer.

Die Tour (45 Minuten Straße, 35 Minuten Wasser) beginnt und endet an der Brooktorkai-Brücke am Maritimen Museum, die Wasserung erfolgt von einer Rampe auf der Halbinsel Entenwerder elbabwärts in Richtung Speicherstadt. Geplant ist die Fahrt bis zum Magdeburger Hafen, dort wird gewendet und es geht zurück über die Entenwerder-Rampe wieder zur Haltestelle an Land. „Das wird das Highlight, wenn der Bus einfach in die Elbe fährt“, freut sich Jan Peter Mahlstedt auf die Reaktionen der Fahrgäste. Und inzwischen wissen auch Feuerwehr und Polizei vom RiverBus. Während der Probefahrten hatten immer wieder besorgte Bürger angerufen: „Da ist ein Bus ins Wasser gefahren.“ Irgendwie hatten sie Recht.

Hier dreht der Bus seine ersten Runden im Wasser:

Ein Video zeigt, wie der Bus von der Straße ins Wasser gleitet:

Mehr Informationen auf www.hafencityriverbus.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen