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Monatszahlen der Arbeitsagentur : Gute Stimmung auf dem Arbeitsmarkt in Hamburg und SH

vom

Der Herbstaufschwung hat sich in Hamburg und Schleswig-Holstein im Oktober fortgesetzt.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 06:40 Uhr

Hamburg/Kiel | Die Arbeitslosigkeit in Hamburg und Schleswig-Holstein ist im Oktober weiter zurückgegangen. Insgesamt waren in der Hansestadt 71.549 Männer und Frauen ohne Arbeit, teilte die Arbeitsagentur am Donnerstag mit. Das sind 590 Personen oder 0,8 Prozent weniger als im September. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ging die Zahl der Arbeitslosen um 57 oder 0,1 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote beträgt unverändert zum Vormonat und zum Vorjahr 7,3 Prozent.

Die positive Entwicklung des Hamburger Arbeitsmarktes zeigt sich nach Einschätzung der Agentur eher in der hohen Beschäftigung. In den Unternehmen arbeiten 922.700 Menschen (Stand August) in sozialversicherungspflichtigen Jobs und damit so viel wie noch nie. „Der tertiäre Sektor mit seinen technischen und wirtschaftlichen Dienstleistungen trieb den Arbeitsmarkt neben Gastgewerbe, Sozial- und Gesundheitswesen auf den historischen Höchstwert“, sagte Sönke Fock, der Chef der Hamburger Arbeitsagentur.

Nach Einschätzung führender Wirtschaftsforschungsinstitute werde die innerdeutsche Konsumlaune anhalten. „Das sorgt für sichere und zusätzliche Arbeitskräfte, die allerdings weitgehend mit Fachkräften zu besetzen sind“, sagte Fock. Rein statistisch werde sich der Arbeitsmarkt in Hamburg aber trotz der hohen Beschäftigung nicht sichtbar verändern. Fock erwartet nicht, dass die Zahl der Arbeitslosen unter die Marke von 70.000 fällt. Das ist auch eine Folge der vielen Flüchtlinge in der Stadt. „Die reale und positive Gesamtentwicklung wird durch den Anstieg der Arbeitslosigkeit aus den Asylzugangsländern kompensiert“, sagte er.

So habe die Ausländerarbeitslosigkeit im Jahresvergleich um rund 1000 zugenommen, von denen allein 900 auf Asylberechtigte aus den Krisenländern entfallen.

Auch der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein ist weiter in guter Verfassung. Im Oktober ging die Arbeitslosigkeit zurück, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum September sank die Zahl der Arbeitslosen um 1400 auf 92.800; im Vergleich zum Oktober des Vorjahres nahm die Zahl um 1000 ab. Die Arbeitslosenquote ging von 6,2 Prozent im September auf jetzt 6,1 Prozent zurück. Im Oktober 2014 hatte sie noch 6,3 Prozent betragen.

Auch bei den Stellenangeboten und den sozialversicherungspflichtigen Jobs insgesamt läuft es positiv. Ein Wermutstropfen ist die deutlich gestiegene Arbeitslosigkeit bei Jobsuchenden aus Asylzugangsländern. „Die kräftige Herbstbelebung hält an“, sagte die Chefin der Arbeitsagentur im Norden, Margit Haupt-Koopmann. Bereits im September war die Zahl der Arbeitslosen deutlich zurückgegangen. Im Oktober habe speziell die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren überproportional - um 800 oder 7,8 Prozent - abgenommen. „Hier wird deutlich, dass die Betriebe auch im Oktober die Chance genutzt haben, Ausbildungsplätze zu besetzen oder jene jungen Fachkräfte einzustellen, die nach ihrem erfolgreichen Ausbildungsabschluss nicht übernommen wurden“, sagte Haupt-Koopmann.

Zuversichtlich stimme sie auch, dass die Arbeitskräftenachfrage spürbar über dem Vorjahresniveau liege. Haupt-Koopmann sieht keine Anzeichen, dass sich daran in Kürze etwas ändern wird. Seit Jahresbeginn haben die Betriebe 57.600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote gemeldet - 2000 oder 3,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Unser aktueller Stellenbestand liegt in allen Branchen über dem jeweiligen Vorjahreswert“, sagte die Agenturchefin.

Neue Jobs entstanden im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 4000), im Handel (plus 3000) und im Gastgewerbe (plus 2800). Dagegen gingen Arbeitsplätze im Bereich öffentliche Verwaltung/Sozialversicherungen (minus 500) sowie im Finanz- und Versicherungswesen (minus 300) verloren.

Negativ entwickelte sich ein Teilbereich des Arbeitsmarktes: Bei Jobsuchenden aus den sogenannten Asylzugangsländern nahm die Arbeitslosigkeit um 1200 oder 35,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. „Es wird in den kommenden Wochen und Monaten darum gehen, für Schutzsuchende mit Bleibeperspektive - darin sind sich alle Arbeitsmarktpartner einig - Wege in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erschließen“, sagte Haupt-Koopmann.

Unter den Kreisen hatte im September Stormarn mit 3,6 Prozent die niedrigste und Dithmarschen mit 6,7 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Unter den kreisfreien Städten gab es in Flensburg mit 9,3 Prozent den geringsten Wert, in Kiel mit 10,0 Prozent den höchsten.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland gesamt ist im Oktober um 59.000 auf 2,649 Millionen gesunken. Das sind 83.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent.

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