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Konzept für öffentliche Toiletten : Gutachten für's Klo: Hamburg nimmt 240.000 Euro in die Hand

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100 Seiten Papier, die den Zustand der öffentlichen Sanitäranlagen dokumentieren. 2017 soll kräftig investiert werden.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2016 | 08:11 Uhr

Hamburg | Hamburgs öffentliche Toiletten sollen attraktiver werden, wenn es um die Notdurft des Passanten geht. Moderner, sauberer, barrierefrei und besser erkennbar – ein neues Konzept zum „Bau und Betrieb von öffentlichen Toiletten“ steht. Das bestätigte Björn Marzahn von der Umweltbehörde dem Hamburger Abendblatt. Ab 1. Januar 2017 soll das Konzept umgesetzt werden, zuvor muss noch der Senat zustimmen. Dann könnten im kommenden Jahr drei Millionen Euro in die Toiletten fließen.

Öffentliche Toiletten schrecken viele Menschen ab: dreckig, stinkig, ekelig. Zum Welttoilettentag am 19. November machte shz.de bereits den Test und auch in Flensburg lassen die zugänglichen Sanitäranlagen viele Wünsche offen. Das in Hamburg massiv investiert wird, könnte ein Vorbild für andere Städte und Kommunen sein. 

Bevor das Konzept erstellt werden konnte, wurden im August 2014 zunächst 240.000 Euro in die Hand genommen, um alle 215 städtischen Toiletten unter die Lupe zu nehmen. Das 100 Seiten starke Papier war so teuer, da es „das Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung ist“, heißt es von der Umweltbehörde. Ein Jahr hat die Analyse gedauert.

Wie im Bunker: In der Neuen Straße ist der Gestank kaum auszuhalten.
Wie im Bunker: In der Neuen Straße in Flensburg ist der Gestank kaum auszuhalten – Hamburg will solche Klos wie in Flensburg nicht mehr haben. Foto: Zenka
 

Laut „Abendblatt“ wurden die WC-Standorte begangen und detailliert begutachtet. Kriterien wie Umfeld, Lage, baulicher Zustand, Leistungsangebot und Nutzerfrequenz wurden berücksichtigt, die Ergebnisse anschließend in einer Datenbank erfasst. Ergebnis: Sauberkeit in der Regel hui, baulicher Zustand oftmals pfui. Nur ein kleiner Teil der Toiletten ist barrierefrei (etwa 40 Prozent). Auch die Zuständigkeiten für die Lokus variieren. Künftig soll sich ausschließlich die Stadtreinigung um die Toilettenhäuschen kümmern. Auch die Beschilderung lässt laut Gutachten zu wünschen übrig. Vielleicht ein Grund, warum die stillen Örtchen unterschiedlich stark frequentiert werden. Spitzenreiter ist die Toilette an den Landungsbrücken: 285.000 Besucher jährlich.

Das Konzept sieht auch eine Kostensteigerung vor. Auf Touri-Toiletten an stärker besuchten Orten könnte die Erleichterung der Blase künftig auch die Geldbörse um bis zu 80 Cent erleichtern – zum Beispiel an der Hafenpromenade. Marzahn zum „Abendblatt“: „Wichtig ist uns, dass Toiletten beispielsweise an Spielplätzen kostenfrei bleiben“.

Hamburg will auf dem Toiletten-Sektor seine Vorreiterstellung behaupten. In Berlin gebe es laut Marzahn zwar mehr Toiletten im Stadtgebiet, München habe aber weniger und Bremen verfüge nur über zwei öffentliche Toiletten.

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