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Hamburg-Farmsen : Gut drei Jahre Haft für Angriffe mit „sadistischen Zügen“

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Auf ihrem Heimweg verfolgte der Täter eine Frau und attackierte sie auch mit einer Plastiktüte. Er kommt ins Gefängnis.

shz.de von
erstellt am 19.Mai.2017 | 17:47 Uhr

Hamburg | Wegen eines brutalen Überfalls auf eine Fußgängerin in Hamburg-Farmsen hat das Landgericht einen 34-Jährigen zu drei Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt.  Es sei eine von sadistischen Zügen geprägte Tat gewesen, sagte die Vorsitzende Richterin am Freitag. Sie deutete an, dass die damals 37 Jahre alte Frau auch hätte sterben können. Was ihr geschehen sei, empfinde jede Frau als Alptraum. Mit der Strafe ging die Kammer um einen Monat über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte am 3. November nach einem Streit mit seiner Verlobten beschlossen, eine andere Frau zu überfallen und zu quälen. Mit Latexhandschuhen und einer Plastiktüte ging der Rettungsassistent zum U-Bahnhof Farmsen. Er beobachtete eine Zeit lang die Passanten und suchte sich schließlich die 37-Jährige als Opfer aus. Sieben bis acht Minuten sei er ihr gefolgt. Als sie in einen dunklen Trampelpfad einbog, hörte sie ein lautes Atmen hinter sich und drehte sich um. Der Angeklagte habe versucht, ihr die Plastiktüte über den Kopf zu ziehen, sagte die Richterin.

Die Frau stolperte, wehrte sich aber und beschimpfte den Mann. Da habe er ihr dreimal kräftig mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dann begann ein „Katz-und-Maus-Spiel“, wie die Richterin sagte. „Lauf!“, habe der Angeklagte seinem Opfer ins Ohr geflüstert. Als die Frau weglief, habe er sie nach wenigen Schritten eingeholt und sich mit seinem ganzen Gewicht auf sie geworfen. Dabei verlor sie ihre mit Metallringen verzierte Handtasche, in der sich unter anderem ein großer Kerzenständer befand. Mit dieser Tasche habe er der 37-Jährigen mit massiver Gewalt ins Gesicht geschlagen. Sie erlitt eine blutende Platzwunde, einen Nasenbeinbruch und Blutergüsse.

Als der Angeklagte erneut von ihr abließ, konnte die Frau auf einen Parkplatz flüchten. Ein Zeuge, der ihr zu Hilfe kam, bemerkte den Täter, der die Frau offenbar ein weiteres Mal angreifen wollte. Die alarmierte Polizei konnte den Angreifer schließlich in einem Gebüsch festnehmen. Die Frau leide seelisch bis heute unter der Tat und wolle sich in Therapie begeben, sagte die Richterin. Sie sprach von einer schlimmen und grausamen Tat. „Da sind Sie mit dieser Strafe noch glimpflich davongekommen“, sagte sie zum Angeklagten. Sie riet ihm dringend, das Urteil anzunehmen. Sollte er weitere Straftaten begehen, drohe ihm Sicherungsverwahrung.

Der Mann ist bereits vorbestraft, unter anderem wegen sexueller Nötigung eines zehnjährigen Mädchens. Nach der neuen Tat fanden die Ermittler auf seinem Computer ein kinderpornografisches Bild. Deswegen verurteilte ihn das Landgericht zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen, die aber mit einem Monat Haft in die Gesamtstrafe einbezogen wurden.

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