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Druckereiverkauf : Gruner+Jahr zieht sich aus USA zurück

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Das Medienhaus Gruner+Jahr will sich von einem klassischen Zeitschriftenverlag zu einem digitalen Haus der Inhalte wandeln. Die US-Druckerei passt nicht mehr dazu - und wird verkauft.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 14:30 Uhr

Hamburg | Das Medienhaus Gruner+Jahr verkauft sein Druckgeschäft in den USA an einen US-Wettbewerber. Brown Printing gehöre nicht mehr zum strategischen Kern des Unternehmens, teilte Gruner + Jahr am Montag in Hamburg mit. Der Zeitschriftenverlag richtet seine Marken wie „Stern“, „Geo“, „Brigitte“ und „Gala“ auf Print- und Digital-Angebote aus. Käufer von Brown Printing ist der US-Druckkonzern Quad Graphics (Sussex/Wisconsin). Er bezifferte den Kaufpreis auf rund 100 Millionen Dollar (73 Mio Euro).

Brown Printing stellt rund 1000 Zeitschriften- und Katalogtitel für rund 600 Kunden her. Das Unternehmen beschäftigt rund 1 850 Mitarbeiter. Quad Graphics erwartet seinen Angaben zufolge 2014 bei Brown Printing einen Umsatz von rund 350 Millionen Dollar. Anhand des bisherigen Anteils bei G+J dürfte dieses Druckgeschäft 2013 knapp 300 Millionen Euro (390 Mio US-Dollar) erlöst haben. Der Transaktion müssen die US-Kartellbehörden noch zustimmen.

Brown Printing gehörte seit 1979 zu Gruner+Jahr. Nach dem Rückzug des Hamburger Verlags aus dem US-Magazingeschäft im Jahr 2005 stand das US-Druckgeschäft ebenfalls schon zum Verkauf. Allerdings kam es wegen der Überkapazitäten in der weltweiten Druckbranche und dem begleitenden Preisverfall bisher zu keinem Geschäftsabschluss.

Der Verkauf sei nun ein konsequenter Schritt auf dem Weg vom bisherigen Druck- und Verlagshaus zu einem kreativen Haus der Inhalte, berichtete G+J-Vorstandsmitglied Oliver Radtke. In die Maschinenparks der US-Druckerei hätte in den kommenden Jahren kontinuierlich investiert werden müssen, ergänzte ein G+J-Sprecher.

Diese Mittel stünden für die G+J-Konzernstrategie nun zusätzlich zur Verfügung.

2013 erzielte Gruner+Jahr wieder einen Gewinn von 81 Millionen Euro. Das operative Ergebnis war rückläufig, ebenso der Umsatz mit 2,07 Milliarden Euro (2012: 2,2 Mrd Euro).

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