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G+J Zeitschriftenverlag : Gruner + Jahr zieht in Hamburg um - von Baumwall in Hafencity

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Seit Jahren gibt es Spekulationen um den Verlagssitz von Gruner + Jahr am Baumwall. Bleibt der Verlag dort? Zieht er gar in den Speckgürtel der Hansestadt? Jetzt gibt es eine klare Ansage.

Hamburg | Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr zieht in Hamburg um. Das Unternehmen verlässt seinen Sitz am elbnahen Baumwall und wird in die benachbarte Hafencity ziehen. Dort soll bis 2021 ein neues Verlagsgebäude entstehen. „Es ist Zeit für etwas Neues“, sagte Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel am Donnerstag in Hamburg. Neue Magazine, Digitalangebote und weitere Geschäfte entstünden heute „im Miteinander über Redaktions- und Abteilungsgrenzen hinweg“. Im verschachtelten, großteils mit Einzelbüros ausgestatten Pressehaus am Baumwall war es aufwendig, großzügigere Redaktionsräume zu installieren.

Das mehr als 25 Jahre alte Firmengebäude am Baumwall, das äußerlich mit runden Fenstern, Außenbalkonen und Kommandobrücke an einen Ozeandampfer erinnert, wird an die Stadt Hamburg verkauft. Den Entscheidungen müssten die städtischen Gremien noch zustimmen, teilte Gruner + Jahr mit. Das Grundstück ist bisher in städtischem Besitz.

Für die Gestaltung des Gebäudes soll es einen Architekturwettbewerb geben. Es wird am Lohsepark der Hafencity liegen, in Nachbarschaft unter anderem zum „Spiegel“-Verlagsgebäude sowie Kultureinrichtungen, darunter die Deichtorhallen. Die neue Anschrift von Gruner + Jahr heißt dann „Am Hannoverschen Bahnhof“.

Diesen Bahnhof gibt es heute nicht mehr. Von 1872 bis 1907 wurde er als Personen- und Güterbahnhof genutzt, danach vor allem zum Warentransport. In der Nazi-Zeit von 1940 bis 1945 wurden von dem Bahnhof aus mindestens 7692 Juden, Roma und Sinti in Ghettos und Konzentrationslager deportiert. Gebäude und Gleisanlagen wurden im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe teilweise zerstört. Später wurden übrige Teile des Bauwerks abgerissen, einige Schuppen wurden noch als Lager genutzt. Im Park erinnern Gedenkstätten an die NS-Opfer.

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erstellt am 08.Dez.2016 | 13:45 Uhr

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