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Digitaler Wandel : Gruner + Jahr baut Verlag um

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Der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr baut um: Mehrere hundert Millionen Euro werden investiert, um die Marken neu zu bündeln und digital zu stärken. Die Verlagsgruppen heißen dann „Communities of Interest“.

Hamburg | Der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr (G+J) reagiert mit einem grundlegenden Umbau auf den digitalen Wandel. Mit seinen Gesellschaftern - Bertelsmann und der Familie Jahr - werde G+J in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro investieren und die Hausmarken („Stern“, „Eltern“, „Brigitte“, „Schöner Wohnen“) neu bündeln. Sie sollen künftig in acht „Communities of Interest“ geführt werden - und nicht mehr in Verlagsgruppen.

Innerhalb der Communities sollen die Mitarbeiter eng zusammenarbeiten. Wie der Verlag am Dienstag in Hamburg mitteilte, werden deshalb mehr als 100 Beschäftigte aus Verlag und Redaktionen von München nach Hamburg umziehen oder ausscheiden. Fünf Zeitschriften werden verlagert. Es sei aber falsch, dass noch in diesem Jahr Hunderte von Mitarbeitern entlassen würden. „Richtig ist, dass wir unseren Personalstand über alle Bereiche hinweg schrittweise anpassen werden“, sagte die Vorstandsvorsitzende Julia Jäkel. „Im Digitalbereich werden wir signifikant Personal aufbauen.“ 

An der Spitze der neuen Communities steht ein „Publisher“ für den analogen und ein „Digital Business Director“ für den digitalen Bereich. Diese beiden sollen gemeinsam den Markt überblicken und Experten für Trends und neue Geschäftsmodelle sein. Der Verlag werde keine Geschäfte losgelöst von den Inhalten betreiben und auch die Auslandsgesellschaften umgestalten, heißt es in der Mitteilung.

„Damit wir als Inhalte-Anbieter in der digitalen Welt erfolgreich sind, werden wir unser Unternehmen erneuern“, sagte Jäkel. „Wir müssen davon wegkommen, in Print oder Digital zu denken“, erklärte die Vorstandschefin, die G+J zu einem „Haus der Inhalte“ umbauen will. „Wir agieren plattformneutral.“ Die Inhalte müssten extrem stark sein. Sie sollen gedruckt und als digitale Produkte auf allen Endgeräten angeboten werden.

„Wir sind uns darüber im Klaren, dass die kommenden fünf Jahre Investitionsjahre sind“, sagte Jäkel. „Das wird sich auch im Ergebnis niederschlagen.“ Die Transformation sei als langfristiger Prozess angelegt. Neben der schon begonnenen Erneuerung der Printprodukte und der Investition in neue gedruckte Magazine starte G+J auch eine umfangreiche Produkt- und Innovationsoffensive im Bereich Digital.

G+J gehört mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro und mehr als 11.000 Mitarbeitern zu den größten europäischen Zeitschriftenverlagen.

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erstellt am 10.Sep.2013 | 12:50 Uhr

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