Defekte Fahrstühle in Hamburg : Grüne fordern App für Rollstuhlfahrer

Hamburg treibt den Ausbau der Barrierefreiheit an den U-Bahnhöfen voran. Wenn Fahrstühle defekt sind, soll eine App informieren – fordern die Grünen.
Hamburg treibt den Ausbau der Barrierefreiheit an den U-Bahnhöfen voran. Wenn Fahrstühle defekt sind, soll eine App informieren – fordern die Grünen.

Hamburg betreibt an seinen U-Bahnen den barrierefreie Ausbau. Doch was nützt das, wenn ein Fahrstuhl an einer Bahn-Haltestelle defekt ist. Die Hamburger Grünen fordern, diese Info sollte direkt über eine App zu sehen sein.

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27. Juli 2014, 08:31 Uhr

Hamburg | Die Hamburger Grünen fordern für Menschen mit Behinderungen eine kostenlose Smartphone-App, die schnell über kaputte Fahrstühle informiert. „Was nützt der barrierefreie Ausbau, wenn man mit dem Rollstuhl wegen eines defekten Fahrstuhls den Bahnsteig nicht erreichen oder verlassen kann?“, sagte die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Katharina Fegebank. „Wenn ein Fahrstuhl kaputt ist, müssen Betroffene das frühzeitig wissen und alternative Wege planen können.“  Die Fraktion möchte erreichen, dass der SPD-Senat auf den Hamburger Verkehrsverbund HVV einwirkt, eine eigenständige App zu entwickeln, „die in Echtzeit über Hindernisse und Defekte informiert“. Der bisherige HVV-Service dazu im Internet reiche nicht aus.

Auch Eltern mit Kinderwagen könnten davon profitieren, betonte Fegebank. Einen entsprechenden Antrag werden die Grünen in die Hamburgische Bürgerschaft einbringen. Der Sprecher des HVV, Rainer Vohl, erklärte, man arbeite an einer Weiterentwicklung bereits existierender Angebote. „Ziel ist die Echtzeit-Anbindung aller Fahrstühle an die Online-Auskunft via www.hvv.de oder HVV-App“, sagte er. Der barrierefreie Ausbau habe im HVV hohe Priorität.

In ihrem Antrag fordern die Grünen noch weitere Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen. So soll ein SMS-Service für Gehörlose eingerichtet, die Fahrpläne für Sehbehinderte verbessert und Informationen in leichter Sprache bereitgestellt werden. „Es geht einfach darum, dass es selbstverständlich ist, dass an alle Gruppen gedacht wird“, erklärte Fegebank.

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