Elbvertiefung : Großer Tag für den Schierlings-Wasserfenchel: Baustelle wird vorbereitet

Ein Exemplar des seltenen Schierlings-Wasserfenchels. /Archiv
Ein Exemplar des seltenen Schierlings-Wasserfenchels. /Archiv

Die seltene Pflanze soll in Becken eines alten Hamburger Wasserwerkes angesiedelt werden.

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13. November 2018, 10:58 Uhr

Hamburg | Der seltene Schierlings-Wasserfenchel soll in Hamburg in Becken eines alten Wasserwerks angesiedelt werden. Damit die Anlage hierfür genutzt werden kann, sind vorbereitende Maßnahmen zum Um- und Ausbau der Becken angelaufen, wie ein Sprecher der Hafenbehörde (HPA) am Dienstag sagte. Zuvor hatte der Radiosender NDR 90,3 von einem Baustart berichtet. Das Bundesverwaltungsgericht hatte in seinem Urteil zur Elbvertiefung Nachbesserungen zum Schutz des Doldenblüters verlangt. Die Ausgleichsfläche liegt im Südosten Hamburgs. Die reinen Baukosten werden auf einen einstelligen Millionen-Bereich „grob geschätzt“.

Die rund sieben Hektar (etwa zehn Fußballfelder) große Fläche auf der Elbinsel Kaltehofe soll mit dem benachbarten Naturschutzgebiet Holzhafen durch einen Graben verbunden werden, damit sie von Ebbe und Flut beeinflusst wird. Die Pflanze benötigt zu ihrer Ansiedlung die Tide, flache Böschungen und bewaldetes Ufer sowie Sand und Schlick als Untergrund, wie HPA-Projektleiter Marc Kindermann bei einer Präsentation im Vorjahr erläutert hatte. Durch die Tide werde der Samen der Pflanze verteilt, der viele Jahre keimfähig bleibe. Er könne aber auch ausgesät werden.

Für die später anrollenden Bagger werden derzeit die Zufahrt und die Baustelle eingerichtet. Sie werden voraussichtlich vom nächsten Winter an Bodensohlen aus Beton und Ziegel aus den Becken beseitigen und den 3,50 Meter tiefen Grund um einen Meter vertiefen. Die Arbeiten können nur im Herbst und Winter erfolgen, weil wegen der Brutzeit im Frühjahr keine Arbeiten ausgeführt werden dürfen. Auf der Elbinsel gibt es eine große Kormoran-Population. Die Bauarbeiten dürften sich bis zum März 2021 hinziehen, wie Kindermann NDR 90,3 sagte.

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