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Neues Gutachten für Versteigerung : „Golden Pudel Club“ soll trotz Brandstiftung versteigert werden

vom

Der Termin für die Versteigerung steht: Am 20. April soll der Hamburger Club den Besitzer wechseln.

Hamburg | Nach dem Feuer im legendären Hamburger „Golden Pudel Club“ sucht die Polizei weiterhin nach dem Brandstifter. Derzeit gebe es aber keine heiße Spur, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Nach Auskunft des Amtsgerichts Altona soll das Gebäude mit Hafenblick nach wie vor am 20. April versteigert werden. Dazu müsse allerdings zunächst das Gutachten überarbeitet werden. Bisher war der Verkehrswert des 329 Quadratmeter großen Grundstücks und des Hauses mit 510.000 Euro angesetzt.

Der Club war in der Nacht zum Sonntag durch Flammen und Löschwasser schwer beschädigt worden. Die 150 Menschen, die im Club feierten, blieben unverletzt. Das Bauordnungsamt stuft das Haus als teilweise einsturzgefährdet ein. Hintergrund der Versteigerung ist nach Medienberichten ein Streit zwischen den Besitzern Wolf Richter und Rocko Schamoni.

Nach Angaben des Bezirksamts Altona sieht der Bebauungsplan an dieser Stelle einen zweigeschossigen Bau mit maximal gut 260 Quadratmetern Nutzfläche vor. Eher vage sei dort festgehalten, dass eine Nutzung als Gaststätte mit Kunst und Musikprogramm erhalten bleiben solle, sagte Behördensprecher Martin Roehl. „Wir würden uns freuen, wenn es an dieser Stelle einen Ort gäbe, an dem sich die Off-Szene treffen könnte.“

Der Verdacht gegen einen Mann aus Ghana, das Feuer gelegt zu haben, hatte sich schnell in Luft aufgelöst. Der hatte gesagt, er habe möglicherweise eine Kerze auf der Terrasse brennen lassen. Das Feuer sei allerdings in dem benachbarten Schuppen ausgebrochen, hieß es von Ermittlern. Dort gebe es nichts, was ein Feuer auslösen könnte.

Nach Angaben des Einwohner-Zentralamtes war der Ghanaer illegal in Hamburg. Er sei im Juli 2015 erstmals festgestellt worden und habe damit entgegen einiger Medienberichte nicht zur sogenannten Lampedusa-Gruppe gehört. Es habe eine Ausreiseaufforderung vorgelegen. Darum sei er, als er sich am Montag bei der Behörde Ersatz für seine Papiere beschaffen wollte, festgenommen worden.

Eigentlich hätte er dann abgeschoben werden sollen, hieß es weiter. Dies wurde aber nach Medienberichten von Unterstützern des Ghanaers am Flughafen Hamburg verhindert. Der Mann sei nunmehr in das Abschiebegefängnis ins brandenburgische Eisenhüttenstadt gebracht worden, sagte ein Sprecher des Einwohner-Zentralamts. Von dort soll er nun in seine Heimat abgeschoben werden.

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erstellt am 17.Feb.2016 | 17:19 Uhr

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