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Schimanski, Schtonk, Serienmörder : Götz George ist tot: Das waren seine Rollen

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Als „Schimanski“ wurde er auf der Straße angesprochen – so sehr war er mit seiner Tatort-Rolle verbunden. Doch Götz George hatte noch ganz andere Gesichter.

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erstellt am 27.Jun.2016 | 09:45 Uhr

Einer der größten deutschen Schauspieler ist gestorben: Götz George ist tot. Viele verbinden ihn mit seiner Tatort-Rolle, Horst Schimanski. Dabei spielte er noch ganz andere Charaktere. Ein Rückblick in seine Filmografie.

Schimanski: Seine bekannteste Rolle

Götz George wurde einem Millionenpublikum besonders als „Tatort“-Kommissar Horst Schimanski bekannt. Den schnodderigen Polizisten aus dem Ruhrgebiet verkörperte er binnen 32 Jahren insgesamt 48 Mal. Auf Youtube kann man sich noch ganze Folgen ansehen – sogar die erste:

Seine beste Rolle: Der homosexuelle Massenmörder Fritz Haarmann

Eine seiner berühmtesten Rollen hatte George als homosexueller Massenmörder Fritz Haarmann in „Der Totmacher“, der 1995 das Filmfestival von Venedig eröffnete. Der Film erzählt, wie der Serienmörder 1924 verhört wurde. Als Kulisse dient ein spartanisch eingerichteter Raum, das Verhörzimmer. Die Dialoge wurden den Verhörprotokollen entnommen. Im Verlauf des Films entwickelt sich so für den Zuschauer ein dichtes und bedrückendes Bild der Taten Haarmanns. Er hatte 1924 24 Männer zwischen 10 und 22 Jahren ermordet.

Der Film erhielt mehrere Preise – unter anderem für Götz George. Bei den Filmfestspielen von Venedig wurde er „gegen Jack Nicholson“ (Zitat: Hellmuth Karasek) als bester Schauspieler mit der Coppa Volpi ausgezeichnet.

Das TV-Magazin „Kino 95“ sendete einen Drehbericht (ab Minute 1):

Seine erste Rolle: An der Seite von Romy Schneider

„Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ war 1953 Romy Schneiders erste große Rolle – und neben ihr spielte Götz George, ebenfalls zum ersten Mal in einem Film zu sehen. Damals war er 15 Jahre alt. Sieben Jahre zuvor war sein Vater in sowjetischer Gefangenschaft gestorben. Für ihn und den älteren Bruder Jan wird die Mutter Berta Drews zur zentralen Bezugsperson. Selbst Schauspielerin, weckt sie auch in ihrem „Putzi“, wie sie den Sohn bis an ihr Lebensende nennt, die Liebe zum Theater.

Sein Western: In „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ liebt er Uschi Glas

An der Seite von Pierre Brice und Lex Barker spielt Götz George 1966 Jeff, den jungen Wilden, der das Indianer-Halbblut Apanatschi (gespielt von Uschi Glas in ihrer ersten großen Rolle) heiraten will. Nebenbei geht es um jede Menge Gold, das Apanatschi zum Geburtstag geschenkt bekommt. Doch Bandit Cury-Bill will es ergaunern.

Das ist der Trailer von 1966:

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung schrieb damals über den Film: „Die hübsche Ursula Glas, von der Schreibmaschine vor die Kamera geholt, absolviert ihre Rolle mit sympathischer Frische. Sehr prägnant auch ihr Film-Zukünftiger Götz George, dessen Mimik ganze Dialoge ersetzen kann.“

Seine witzigste Rolle: Die Entzifferung der Hitler-Tagebücher

In „Schtonk“ bewies George sein komödiantisches Talent. In dem Film von 1992 geht es um die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher im „Stern“ 1983. Götz George spielt den Skandalreporter Hermann Willié, der von dem angeblichen Tagebuch erfährt. Doch das ist in Wirklichkeit von Fritz Kobel (Uwe Ochsenknecht) gefälscht worden. Das weiß Willié aber nicht und wittert eine Skandalgeschichte, die er seinem Ressortleiter (Harald Juhnke) und dem Verlagsleiter (Ulrich Mühe) verkaufen will.

Seine letzte Rolle: Das Vermächtnis seines Vaters

Erst „George“, der Film über seinen legendären, wegen seiner Karriere in der Nazi-Zeit aber auch umstrittenen Schauspieler-Vater Heinrich George (1893-1946), machte deutlich, wie sehr der Sohn zeitlebens von dem „Übervater“ geprägt war - und getrieben. „Du hast mich halt immer überholt. Du warst halt immer besser, besessener“, sagte George in einer ARD-Dokumentation anlässlich seines 75. Geburtstages im Jahr 2013 an die Adresse seines toten Vaters. Von der Lieblingsrolle des Vaters, Goethes „Götz von Berlichingen“, hatte er übrigens auch seinen Vornamen.

Der Film lief als Fernsehfilm in der ARD:

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