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Olympia 2024 : Gigantisch: 25.000 Fackeln leuchten für Olympiade in Hamburg

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Die Hamburger zeigen mit Laternen und Wunderkerzen ihre Zustimmung für die Bewerbung der Hansestadt.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 20:11 Uhr

Hamburg | Olympia kann kommen - jedenfalls, wenn es nach den geschätzt weit mehr als 20.000 Menschen geht, die am Freitag in der Hamburger Innenstadt ein beeindruckendes Zeichen für Spiele an der Elbe gesetzt haben. Gänsehaut pur herrschte Punkt 18.10 Uhr rund um die Binnenalster - und das lag nicht am strömenden Regen und kühlen 5 Grad.

Auf das Startzeichen eines Schiffshorns hin leuchteten Abertausende Fackeln, Laternen, Wunderkerzen oder schlicht Feuerzeuge und bewiesen: Viele Bürger sind Feuer und Flamme für die Olympiabewerbung der Stadt. „Das ist gigantisch, die 25.000 Fackeln sind alle vergriffen", staunte Initiator Frederik Braun, Gründer des Miniatur Wunderlandes. Jungfernstieg, Ballindamm, Lombardsbrücke und Neuer Jungfernstieg waren ein Meer aus Licht. Als Lotto King Karl dazu „Hamburg, meine Perle" anstimmte, war die kitschig-schöne Olympia-Stimmung endgültig perfekt.

 Die Aktion war als letzter Kick für die Vorentscheidung im nationalen Duell mit Berlin gedacht. Im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) befragt Forsa in den kommenden Tagen in beiden Städten jeweils 1500 repräsentativ ausgewählte Bewohner, ob sie eine Olympia-Bewerbung befürworten; Umland-Bewohner mit der Hamburger Telefonvorwahl 040 werden dabei indes nicht berücksichtigt, wie der DOSB auf Anfrage klarstellte. Dem Meinungsbild dürfte erhebliche Bedeutung bei der Auswahl des Bewerbers zukommen, den der DOSB am 21. März ins internationale Rennen um Sommerspiele 2024 oder 2028 schicken will.

 Hamburg sieht die Umfrage als wichtigen Trumpf. Die Verantwortlichen um Bürgermeister Olaf Scholz setzen darauf, dass das Olympia-Fieber an der Elbe deutlich ausgeprägter ist als an der Spree. Schon im vorigen Herbst hatten die Hanseaten in der ersten Erhebung die Nase vorn. Bei 53 zu 48 Prozent zugunsten der Elbmetropole war den DOSB-Funktionären das Ergebnis allerdings in beiden Städten zu mager.

Nach umfangreichen Mobilisierungskampagnen dürften die Werte hier wie dort inzwischen gestiegen sein. Zuletzt hatten in einer Emnid-Umfrage 68 Prozent der Hamburger angegeben, sie könnten sich eine Olympia-Gastgeberschaft gut vorstellen. In Berlin rechnet Sportsenator Frank Henkel (CDU) damit, dass deutlich mehr als 50 Prozent eine Bewerbung befürworten. „Es ist spürbar, dass sich die Menschen immer stärker mit der Kampagne auseinandersetzen“, sagte Henkel gestern. Aktuelle Werte für die Hauptstadt liegen nicht vor.

 DOSB-Vorstandschef Michael Vesper lobte derweil, in beiden Städten sei ein Aufbruch zu spüren. Er kündigte an, dass die Ergebnisse der Befragung „um den 10. März“ veröffentlicht werden sollten. Die Umfrage sei „wichtig, aber nicht alles entscheidend“. Zugleich ließ er Bedenken nicht gelten, Berlin hätte als größte deutsche Stadt im internationalen Wettbewerb die besseren Chancen. „Wir hatten schon einige andere Olympia-Städte, die nicht Hauptstädte waren“, sagte Vesper im ZDF-„Morgenmagazin“. Er verwies auf Barcelona 1992, aber auch auf Boston, das von den USA ins Rennen für 2024 geschickt wird.

Im Hamburger Rathaus war in den vergangenen Wochen die Zuversicht gewachsen, die Hauptstadt ausstechen zu können. Dafür hat vor allem ein Strauß privater Pro-Initiativen gesorgt. So schufen die Gründer des Miniaturwunderlandes ein Mini-Olympia-Stadion, das Bürger im Handumdrehen mit 75.000 Mini-Besuchern bestückten. Auch beleuchten seit Wochen Laserstrahlen in den Farben der Olympischen Ringe den Himmel über Hamburg. 

 Zuletzt hatten sich – allerdings unbestätigte – Vermutungen gemehrt, die DOSB-Führungsspitze neige eher zu Hamburg. Ähnliches gilt dem Vernehmen nach für die Bundesregierung. Berlin dürfte dagegen bei der Mehrzahl der olympischen Sportfachverbände die größeren Sympathien besitzen.

Unterstützung kommt aus den nördlichen Nachbarbundesländern. In Schleswig-Holstein haben sich Politik, Wirtschaft und Sport geschlossen hinter Hamburg gestellt. Seit Tagen plakatiert Lübeck in der Metropole ebenfalls für die Hanseschwester. Motto: „Gemeinsam Segel setzen.“

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