Anstoss – Die HSV-Kolumne : Gideon Jung ist die positive Überraschung

Lars Zimmermann.
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Neues vom HSV auch in der Länderspielpause, dank unseres Kolumnisten Lars Zimmermann.

shz.de von
26. März 2017, 10:00 Uhr

Hamburg | Der HSV und seine Talente: Das passte lange Zeit nicht zusammen. Eric-Maxim Choupo-Moting, Sidney Sam, Levin Öztunali, Jonathan Tah, Hakan Çalhanoğlu- in den vergangenen Jahren wollten etliche jungen Spieler entweder weg oder wurden vom Hof gejagt. Nun könnte sich tatsächlich mal wieder ein Jungspund langfristig in der Stammelf etablieren. Gideon Jung ist einer der Spieler, die beim Dino in den vergangenen Monaten den größten Sprung nach vorne gemacht haben.

Eine Entwicklung, die so nicht zu erwarten war. Zwar kommt Jung schon seit anderthalb Jahren regelmäßig auf seine Einsätze. Das hing aber lange mehr mit dem Notstand in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld als mit seinen Fähigkeiten zusammen. Teilweise haarsträubende Fehlpässe, manchmal ungelenke Bewegungen, dazu ab und an technische Unzulänglichkeiten - eine glanzvolle Bundesligakarriere schien eher unwahrscheinlich. Seit 2017 tritt Jung aber wie verwandelt auf. Ein Edeltechniker wird er zwar nie werden. Dafür ist er ein Muster an Zuverlässigkeit. Ob in der Innenverteidigung oder im Mittelfeld - überall bringt der gebürtige Düsseldorfer ghanaischer Abstammung seine Leistung. Beeindruckend ist die Souveränität mit der der auf dem Platz früher nervöse wirkende Jung inzwischen auftritt. In seiner derzeitigen Verfassung muss man ihn nicht nur als Stammspieler, sondern sogar als unverzichtbaren Fixpunkt sehen.

Zu Recht nominierte ihn U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz deshalb für den Unterbau der DFB-Elf. Jung hat sogar gute Chancen, der nächste A-Nationalspieler des HSV zu werden und 2018 zur WM zu fahren. Allerdings nicht für Deutschland. Dafür reicht das Potenzial denn doch nicht aus. Aber der Defensivmann ist ja auch für Ghana spielberechtigt. Die Afrikaner sollen sich jedenfalls schon mit  ihm beschäftigt haben.

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