Holsten-Brauerei in Hamburg : Gewerkschaft kündigt Streik bei Brauerei an - Protest gegen Job-Abbau

Bei Holsten bleiben die Flaschen leer.
Bei Holsten bleiben die Flaschen leer.

Trotz Fußball-WM und sommerlicher Temperaturen: In der Holsten-Brauerei in Hamburg fließt zwei Tage lang kein Bier.

shz.de von
27. Juni 2018, 19:56 Uhr

Hamburg | Mit einem 48-stündigen Streik will die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Hamburger Holsten-Brauerei trockenlegen. Der Ausstand richte sich gegen den Verlust von 70 Arbeitsplätzen im Rahmen des geplanten Umzugs des Unternehmens nach Hamburg-Hausbruch, teilte die Gewerkschaft mit.

„Das ist immerhin jeder dritte Job in Produktion, Technik und Logistik“, erklärte die Hamburger NGG-Geschäftsführerin Silke Kettner am Mittwoch. Die Carlsberg-Gruppe habe als Eigentümerin die Verhandlungen über die soziale Absicherung der Beschäftigten ins Leere laufen lassen. Der Streik soll mit der Nachtschicht am Mittwochabend um 22 Uhr beginnen.

Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin wurde am Nachmittag noch verhandelt. Eine Einigung sei möglich, hieß es. Carlsberg habe ein Modell angeboten, bei dem weniger als zehn Jobs wegfallen würden. Kettner erklärte jedoch am frühen Abend, die Gespräche hätten zu keinem Ergebnis geführt. Deshalb werde nun die Arbeit niedergelegt.

Die Brauereiführung reagierte darauf mit Unverständnis. Es sei nicht nachvollziehbar, „warum die NGG trotz vorliegendem fairen Angebot während der aktuell extrem hohen Nachfrage - bedingt durch Sommer und WM - zum Streik aufruft“, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Mit dem damit verbundenen Lieferausfall füge die Gewerkschaft der Brauerei einen nachweislich massiven Schaden zu und riskiere die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

Im vergangenen Oktober hatte das Unternehmen mit dem Bau der neuen Produktionsstätte begonnen. Die Betriebsanlage in Altona ist nach Angaben des Unternehmens veraltet, darum wird sie in ein Gewerbegebiet am südlichen Stadtrand verlegt. In Hausbruch soll vom nächsten Jahr an Bier gebraut werden. Auf dem Gelände in Altona sollen 1500 Wohnungen entstehen.

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