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Zerstückelte Leiche in Hamburg : Getötete Prostituierte: Fall weckt Erinnerungen an Serienmörder Fritz Honka

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Die Leichenteile der Afrikanerin finden sich in mehreren Gewässern. Wann es in Hamburg schon mal ähnliche Fälle gab.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 19:04 Uhr

Hamburg | Dieser Fall lässt jeden schaudern und wirft viele Fragen auf: Am Donnerstag sind erneut Körperteile der 48 Jahre alten, getöteten Afrikanerin in einem Kanal im Hamburger Stadtteile Winterhude aufgetaucht. Die Frau stammte aus Äquatorialguinea an der Westküste Afrikas und hatte als Prostituierte auf dem Hansaplatz in St. Georg gearbeitet. Seit dem 1. August war sie nicht mehr gesehen worden. Einen Hinweis auf die Identität der Toten hatte die HVV-Abokarte der Frau am ersten Fundort gegeben. Der Fall weckt Erinnerungen an den Hamburger Serienmörder Fritz Honka, der in den 70er Jahren vier Frauen aus dem Rotlichtmilieu umbrachte.

 

Die ersten Leichenteile waren am 3. August am Elbstrand an der Hamburger Stadtgrenze zu Wedel aufgetaucht, die letzten am Donnerstag im Goldbekkanal. Zwischen dem ersten und vorläufig letzten Fundort liegen mehr als 20 Kilometer. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass der Täter die Frau zerstückelt und die Körperteile über die Gewässer der Hansestadt verteilt hat. Es sei unwahrscheinlich, sagte ein Polizeisprecher, dass die Strömung die Leichenteile binnen einer Woche über das Stadtgebiet verteilt habe. Auch gehen die Ermittler davon aus, dass weitere Körperteile der Frau auftauchen. 

Bislang wurden sieben Teile an vier Fundorten in Rissen, Billbrook, Winterhude und Hammerbrook gefunden. In den meisten Fällen hatten Spaziergänger oder Angler auf den Wasser-Oberflächen treibende Gegenstände entdeckt und die Polizei alarmiert. Nach dem jüngsten Fund am Donnerstagmittag im Goldbekkanal im Hamburger Westen suchten Taucher nach weiteren Leichenteilen in dem Gewässer. Und wurden erneut fündig. Alle geborgenen Körperteile befinden sich in der Hamburger Rechtsmedizin für weitere Analysen und Untersuchungen, die Hinweise zur Tataufklärung geben können. So lässt sich anhand der Leichenteile etwa das Tatwerkzeug des Mörders und die Tatzeit ermitteln.

Die Polizei hält sich zum Stand der Ermittlungen aus taktischen Gründen bedeckt. Offiziell heißt es, die  Mordkommission ermittele in alle Richtungen, die Ermittler hätten noch keine heiße Spur zu dem Täter. Auch zu einem möglichen Hintergrund aus dem Rotlichtmilieu äußert sich die Polizei nicht. Es werde fieberhaft nach Kontakten der Frau gesucht. Auch Verwandte der Getöteten, die in Spanien leben, seien für Vernehmungen bereits in Hamburg gewesen. 

Ähnliche Fälle ereigneten sich nach Auskunft des Polizeisprechers vor etwa zehn Jahren das letzte Mal in Hamburg. Damals wurden Leichenteile eines Chinesen im Alsterfleet gefunden. Etwa in dieselbe Zeit fällt der Fund eines Koffers mit Körperteilen in Hamburg-Altona. Beide Fälle wurden nicht aufgeklärt.

Der Mord an der Prostituierten dürfte „älteren  Semestern“ den berüchtigten Hamburger Serienmörder Fritz Honka in Erinnerung rufen, der in den 70er Jahren vier Frauen aus dem Rotlichtmilieu ermordete und ihre Leichen zersägte. Honka wurde nach seiner Verurteilung in die Psychiatrie eingewiesen und anschließend 15 Jahre weggesperrt. Nach seiner Freilassung 1993 lebte er unbehelligt und unter falschem Namen in Scharbeutz, bis er 1998 starb.

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