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Hamburg-Bergedorf : Gespenster auf dem Radweg: „Geisterradler! Bitte wenden!“

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Das radelnde Gespenst soll Radfahrer dazu ermutigen, auf der richtigen Straßenseite zu fahren.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2017 | 08:24 Uhr

Hamburg | Das ist mal ein besonderer Geistesblitz der Behörden: Im Zentrum von Hamburg-Bergedorf prangen seit kurzem Gespenster-Piktogramme auf dem Radweg. Das Symbol zeigt ein radelndes Gespenst mit wehendem Umhang auf Kollisionskurs, darunter die Aufforderung: „Geisterradler! Bitte wenden!“.

Angebracht ist es vor der Eisenbahnunterführung im Zuge der viel befahrenen Bergedorfer Straße. Dort sind die kombinierten Rad- und Fußwege auf beiden Seiten besonders schmal und teils schwer einsehbar. An der Stelle ist es in der Vergangenheit mehrfach zu schweren Unfällen mit Radfahrern gekommen. „Wird hier dann noch in zwei Richtungen gefahren, ist eine Kollision programmiert“, sagte der Bürgernahe Beamte und Polizeioberkommissar Heinrich Löding der „Bergedorfer Zeitung“. Dabei sei kürzlich durch eine zusätzliche Ampel das Queren der Straße auf die richtige Seite vereinfacht worden.

Nicht jeder Zweiradfahrer lässt sich davon aufhalten.
Nicht jeder Zweiradfahrer hat Angst vor Gespenstern. Foto: Markus Lorenz
 

So drollig das Gespenst auf dem Radweg anmuten mag, so ernsthaft ist der Hintergrund. Das Befahren von Radwegen entgegen der Fahrtrichtung ist in Deutschland verboten, es sei denn, ein Schild erlaubt eine Ausnahme; wer erwischt wird, zahlt 20 Euro Bußgeld. Laut Studien ist das Radeln auf der linken Seite eine Hauptursache von Radunfällen. Das Gefahrenpotential ist aber nicht nur in Hamburg bekannt. So gibt es in Elmshorn bereits seit einiger Zeit ähnliche Aktionen. Versicherer schätzen, dass sich die Unfallgefahr um das Elffache erhöht. Nach Zählungen von Kommunen sind zwischen 15 und 20 Prozent der Radfahrer als Geisterradler unterwegs. Hauptursache: Bequemlichkeit.

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