Olympia-Bewerbungsgesellschaft : Gesellschafter wollen Startschuss für Hamburger Olympia-Bewerbung

Auf einer ersten Versammlung in der Hafencity soll die deutsche Bewerbung für Olympia 2024 offiziell ins Rollen gebracht werden.

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06. Juli 2015, 17:16 Uhr

Hamburg | Das Drumherum war schon mal Gold wert. Zur Auftaktsitzung der Olympia-Bewerbungsgesellschaft strahlte gestern die Sonne über Hamburg, von der Dachterrasse des Unilever-Gebäudes hatte die Riege der prominenten Olympia-Lobbyisten freien Blick auf Elbe und den Kleinen Grasbrook. Dorthin, wo 2024 in der Olympic City das Herz der Sommerspiele schlagen soll.

Allen voran erfreute sich Bundesinnenmister Thomas de Maizière (CDU) am Panoramablick auf die Elbinsel, auf der in neun Jahren auch seine Träume wahr werden könnten. „Wir wollen, dass es diesmal klappt“, sagte Deutschlands Sportminister und meinte die zuletzt drei gescheiterten Olympia-Anläufe von München, Leipzig und Berlin. Hamburgs Bewerbung sei transparent, nachhaltig und „ein Abschied vom Gigantismus.“ Als „starkes Zeichen“ wertete de Maizière, dass sich der Bund erstmals überhaupt an einer Olympia-Bewerbungsgesellschaft beteiligt.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), nannte Hamburgs Griff nach den Ringen das „wichtigste Projekt des deutschen Sports seit der Wiedervereinigung“. Trotz Weltstadt-Konkurrenten wie Paris und Rom sehe er „gute Siegchancen“ für das hanseatische Konzept kompakter Spiele an Elbe und Alster.

Hoch über dem Hafen sang naturgemäß auch Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) ein Loblied auf die Idee von Spielen am Wasser. „Wir haben ein Konzept, das die Welt begeistern kann.“ Es sei etwas Besonderes, „dass mitten in der Stadt Olympische Spiele durchgeführt werden können. Ich glaube, das wird man an keiner anderen Stelle der Welt so ähnlich finden.“

Zu den Teilnehmern der ersten Gesellschaftersitzung zählten auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sowie Hamburgs Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer. Einstimmig wählte die Runde Hörmann zu ihrem Vorsitzenden.

Die praktische Arbeit im wichtigsten Gremium für die Olympia-Ambitionen Deutschlands liegt indes vor allem in den Händen des Geschäftsführers, des ehemaligen Hamburger Justizstaatsrats Nikolas Hill. Der 43-Jährige nannte das Rennen um die Ringe einen „Ultra-Marathon“. Wichtigste Aufgabe der Bewerbungsgesellschaft ist aktuell die Ausarbeitung des offiziellen Bewerbungsbuches,  das im Januar 2016 dem IOC vorliegen muss. Zugleich gilt es, das Olympia-Referendum der Hamburger am 29. November vorzubereiten und die Hansestadt international bekannter zu machen.

Hill zur Seite steht Bernhard Schwank als Vize-Geschäftsführer, im Hauptjob Direktor Sport und Internationales im DOSB. In der Leitung der Gesellschaft gelte damit das „Vier-Augen-Prinzip“, hieß es vom Olympischen Sportbund. Der ist mit 51 Prozent größter Gesellschafter, Hamburg hält 26 Prozent, der Bund 18. Der Rest verteilt sich auf Schleswig-Holstein, die Stadt Kiel als Segelstandort (je zwei Prozent) und auf die Hamburger Handelskammer (ein Prozent).

So heiter-zuversichtlich die Stimmung an diesem Sommertag in der Hamburger HafenCity auch war, so warnte de Maizière sicherheitshalber doch vor übergroßer Siegesgewissheit: „Ein guter Start ist noch kein guter Zieleinlauf.“

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