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Zoll in Hamburg : Geschäftsmänner unter Verdacht: 300 Beamte durchsuchen 24 Objekte

vom

Zwei Tatverdächtige sollen Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von etwa zwei Millionen Euro nicht angemeldet haben.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2016 | 15:40 Uhr

Hamburg | Die Fahnder rückten mit einem Großaufgebot an: Knapp 300 Beamte des Zolls, der Steuerfahndung, der Bundespolizei sowie Spezialeinheiten der Zollfahndung sind in Hamburg und Umgebung gegen ein Duo mutmaßlicher Steuer- und Abgabenbetrüger vorgegangen. Die zwei Hauptbeschuldigten stehen im Verdacht, die Allgemeinheit um insgesamt rund drei Millionen Euro geprellt haben, wie ein Zollsprecher am Freitag mitteilte. ,

Bei den Razzien am Mittwoch durchsuchten die Ermittler insgesamt 24 Geschäfts- und Privatgebäude in Hamburg sowie in den südlich angrenzenden Landkreisen Harburg und Lüneburg. Die Durchsuchungen erfolgten laut Zoll-Sprecher Oliver Bachmann im Rahmen von Ermittlungsverfahren des Hauptzollamtes Hamburg-Stadt und des Finanzamtes für Prüfdienste und Strafsachen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg.

Im Fokus stehen zwei Hamburger Geschäftsmänner (32 und 34 Jahre), die in den Bereichen Logistik, Container, Lagerdienstleistungen und Transporte aller Art tätig sind. Sie sollen laut Zoll über ein kompliziertes Netz von so genannten Servicefirmen Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund zwei Millionen Euro sowie 780.000 Euro Lohnsteuern nicht gezahlt haben. Zudem habe das Duo Vorsteuern in Höhe von 310.000 Euro zu Unrecht geltend gemacht.

Zoll-Sprecher Oliver Bachmann: „Zu dem Konstrukt gehörten neun Firmen.“ Die Masche: Die beiden Geschäftsleute sollen die Mitarbeiter permanent zwischen den verschiedenen Betrieben „hin- und hergeschoben“ haben. Mittels befristeter Tätigkeiten und vorgetäuschter 450-Euro-Verhältnisse sollen die Beschuldigten die Zahlung von Lohnsteuer sowie Beiträgen für die Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung umgangen haben. Nach den Erkenntnissen praktizierten die Männer ihr Geschäftsmodell bereits seit Ende 2012. Im Falle einer Verurteilung wegen Betrugs drohen ihnen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Bei dem Einsatz wurden zahlreiche Beweisunterlagen beschlagnahmt, Festnahmen gab es nicht. Zudem trafen die Ermittler fünf Personen ohne gültige Aufenthaltspapiere und Arbeitsgenehmigungen an. In einem durchsuchten Gebäude wurde eine geringe Menge Cannabis sichergestellt.

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