Auf eigene Kosten : Geschäftsleute und Gastronomen wollen Hamburger Rathausquartier wachküssen

<p>Das Gebiet des Rathausquartiers aus der Vogelperspektive: Es erstreckt sich vom Rathaus (links) bis zu Petrikirche und Domplatz (rechts) sowie der Domstraße (unten). </p>

Das Gebiet des Rathausquartiers aus der Vogelperspektive: Es erstreckt sich vom Rathaus (links) bis zu Petrikirche und Domplatz (rechts) sowie der Domstraße (unten).

Die Straßenzüge zwischen Rathaus, Petrikirche und Domplatz sollen für vier Millionen Euro aufgehübscht werden.

shz.de von
15. August 2018, 21:17 Uhr

Hamburg | Das Rathausquartier in Hamburg hat eine Sahne-Lage, doch das Aussehen der Straßenzüge zwischen Rathaus, Petrikirche und Domplatz ist wenig einladend. Ansässige Kaufleute und Gastronomen wollen nun in die eigene Tasche greifen, um das zu ändern. Vier Millionen Euro sollen im Rahmen eines neuen Business Improvement Districts (BID) Rathausquartier in eine gründliche Frischzellenkur fließen. „Wir holen ein quirliges kleines Quartier aus dem Dornröschenschlaf“, versprach die BID-Projektverantwortliche Meike Menzel am Mittwoch bei der Vorstellung der Pläne.

Das historische Banken- und Versicherungsviertel – zu dem die Rathausstraße, die Schauenburgerstraße und die Kleine Johannisstraße gehören – ist heute vor allem von Restaurants geprägt. Mitten in der City gelegen, sind die Lokale vor allem mittags gut besucht. Dennoch fehle es dem Quartier an Flair und einem schicken Erscheinungsbild aus einem Guss, finden Geschäftsleute wie Dennis Barth, BID-Mitinitiator und Geschäftsführer der Immobilienfirma Procom Invest an der Rathausstraße.

Der Gang durch den Bezirk zeigt die Schwachpunkte: Sichtbar wird ein Sammelsurium unterschiedlich gestalteter Gehwege und Straßenbeläge. Teils sind Bordsteine abgebrochen, in manchen Ecken liegt Müll, es gibt Anzeichen von Vandalismus. Hinzu kommt ein irritierender Schilderwald, obendrein eine anstrengende Verkehrsführung mit vielen Einbahnstraßen. Barth: „Der Gesamteindruck des Quartiers lässt leider zu wünschen übrig – da lässt sich definitiv mehr draus machen.“

Breitere Wege, neue Beleuchtung, Bänke und mehr

Geschehen soll das unter anderem durch breitere Gehwege „mit Flaniercharakter“, ein Wegeleitsystem, eine neue Beleuchtung sowie Bänke und andere Stadtmöblierung. Geplant sind auch ausgewiesene Ladezonen für die bessere Versorgung von Einzelhandel, Restaurants und Büros. Neu strukturiert werden sollen ferner die Parkbereiche, wobei auch Stellplätze zugunsten von Außengastronomie und Gehwegen verschwinden sollen. Weitere Ideen sind eine energieeffiziente Weihnachtsbeleuchtung, Bepflanzungen, eine intensivere Reinigung sowie ein Quartiersmanagement, das über allem wacht.

Mit dem Vorstoß geht das große Aufräumen in Hamburgs Wohnzimmer weiter. Das BID Rathausquartier schließt die Lücke in der City zwischen dem schon bestehenden im Nikolaiquartier und an der Mönckebergstraße. Formal handelt es sich noch um eine Initiative, die allerdings für die nahe Zukunft die Beantragung eines BID ankündigt. Dies kommt zustande, wenn drei Viertel der knapp 100 ansässigen Geschäftsleute zustimmen. Dann werden die Kosten der Auffrischung auf alle Anrainer aufgeteilt.

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