Niederlage für VW : Gericht: Diesel-Fahrer aus Hamburg hat Anspruch auf Neuwagen

Das Hamburger Landgericht hat im Diesel-Skandal gegen Volkswagen und für den Kunden entschieden. Der Konzern wiegelt ab.

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16. März 2018, 10:20 Uhr

Hamburg | Das Hamburger Landgericht hat Volkswagen Hamburg dazu verurteilt, ein von gefälschten Abgaswerten betroffenes Auto zurückzunehmen und gegen einen Neuwagen auszutauschen. Über den Fall berichtete das „Hamburg Journal“ zuerst. Der Hamburger hatte vor drei Jahren bei Volkswagen einen VW Tiguan gekauft. Wenig später fiel dieser Wagen wegen der falschen Abgaswerte auf.

Der Kläger ließ seinen Wagen aus Angst vor einer Stilllegung mit einer Software nachrüsten. Das Landgericht entschied nun, dass der Mann selbst nach der Nachrüstung Anspruch auf einen einwandfreien Neuwagen habe. Der Käufer könne bei einem Neuwagenkauf erwarten, dass das Auto die versprochenen Abgaswerte einhält.

Der Anwalt des Klägers begrüßte das Urteil und nannte es laut Bericht ein „Non-Plus-Ultra-Urteil“. Noch nie habe ein VW-Kunde in so vielen Punkten Recht bekommen, weshalb das Urteil eine Strahlkraft auf andere noch zu verhandelnde Prozesse haben werde.

Das Gericht kritisierte zudem die Nachrüstung durch VW. Das Softwareupdate des drei Jahre alten Fahrzeugs könne einen schnelleren Verschleiß zur Folge haben – ein mögliches Problem, welches dem Käufer nicht zuzumuten sei.  

VW reagierte äußerst zurückhaltend. Auf NDR-Anfrage äußerte sich der Autohändler selbst nicht. Aus der VW-Zentrale in Wolfsburg hieß es lediglich, es handele sich um ein Urteil von vielen. Andere Gerichte hätten häufig zugunsten der Autohersteller entschieden. VW Hamburg selbst kann gegen das Urteil des Landgerichts vorgehen und vor das Hanseatische Oberlandesgericht ziehen. Dann würde der Autokäufer wahrscheinlich doch noch verlieren, sagte Volkswagen.

Der Verkehrsclub Deutschland und die Umweltschutzorganisation BUND begrüßten das Urteil, das endlich Druck auf VW und andere Autohersteller ausübe.

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