zur Navigation springen

Zahlungsunfähige Reederei : Gericht billigt Insolvenzantrag von Rickmers

vom

Die angeschlagene Reederei darf sich selbst sanieren. Der Vorstand bleibt vorerst im Amt.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2017 | 15:38 Uhr

Hamburg | Das Amtsgericht Hamburg hat die beantragte Insolvenz der Rickmers Holding AG in Eigenverwaltung zunächst gebilligt und den Rechtsanwalt Jens-Sören Schröder als vorläufigen Sachwalter der Gläubiger eingesetzt. Ein Sprecher der Hamburger Justiz bestätigte am Freitag eine entsprechende Meldung der „Wirtschaftswoche“. Damit bleibt der Vorstand der Rickmers Group vorerst handlungsfähig und wird nicht abhängig von einem Insolvenzverwalter.

Reederei und Familie Rickmers haben in Norddeutschland eine lange Tradition. Die Familie stammt ursprünglich von Helgoland, die Reederei wurde 1834 in Bremerhaven gegründet. Viele Hamburger kennen den Namen vor allem von dem im Hafen liegenden Traditionssegler „Rickmer Rickmers“, die 1896 bei Rickmers in Bremerhaven vom Stapel lief.

Das Gericht ist gehalten, einem Antrag auf Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren zuzustimmen, sofern das nicht offensichtlich aussichtslos scheint. Im Verlauf des Insolvenzverfahrens kann jedoch durch neue Entwicklungen immer noch ein Insolvenzverwalter eingesetzt und der Vorstand den üblichen Handlungsbeschränkungen unterworfen werden. Zudem setzte das Amtsgericht einen Gläubigerausschuss ein, dem die HSH Nordbank, der gemeinsame Vertreter der Anleihe-Gläubiger sowie ein Vertreter der Arbeitnehmer angehören.

Der Insolvenzantrag war notwendig geworden, nachdem die HSH Nordbank dem Sanierungskonzept für das Unternehmen die Unterstützung verweigert hatte. Der Vorstand der Bank hielt die Pläne für nicht tragfähig. Daraufhin war das Konzept hinfällig und keine positive Prognose für die Reederei mehr möglich.

Die Rickmers-Insolvenz ist Folge der hartnäckigen Krise in der Schifffahrt, die mittlerweile seit neun Jahren andauert. In der Folge sind zahlreiche kleine Reedereien aus dem Geschäft ausgeschieden; die deutsche Handelsflotte hat sich deutlich verkleinert. Die Charter-Reedereien, die den größten Teil der deutschen Schifffahrt ausmachen, vermieten ihre Schiffe an die großen Linienreedereien wie Maersk oder Hapag-Lloyd. Bei den Container-Linienreedereien hat die Krise zu einer globalen Konzentrationswelle geführt.

Mitteilung Rickmers Group

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen