Hunderte Zusagen : Genossenschaft will katholische Schulen in Hamburg retten

Die Stadtteilschule Franz-von-Assisi im Bezirk Hamburg-Nord ist eine von acht Schulen, die geschlossen wird. Schom zum kommenden Schuljahr werden keine neuen Schüler aufgenommen.

Die Stadtteilschule Franz-von-Assisi im Bezirk Hamburg-Nord ist eine von acht Schulen, die geschlossen wird. Schon zum kommenden Schuljahr werden keine neuen Schüler aufgenommen.

Das Projekt benötigt rund 10.000 Unterstützer, die Anteile zu je 1000 Euro zeichnen. Es gibt prominente Befürworter.

shz.de von
06. Februar 2018, 13:04 Uhr

Hamburg | Das geplante Genossenschaftsmodell zur finanziellen Rettung katholischer Schulen in Hamburg stößt auf rege Nachfrage, darunter von Ex-Bürgermeister Ole von Beust. Einige Hundert hätten bereits ihre Bereitschaft bekundet, einer Genossenschaft beizutreten, sagte Mitinitiator Nikolas Hill am Dienstag. Weil Zusagen über unterschiedliche Kommunikationskanäle einträfen und diese sukzessive ausgewertet würden, gebe es noch keine konkreten Zahlen.

Einer Berechnung der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge hat das Erzbistum rund 80 Millionen Euro Schulden, die ohne Gegenmaßnahmen bis 2021 auf 350 Millionen Euro anwachsen würden. Zum Erzbistum zählen rund 400.000 Katholiken in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Das Projekt benötigt rund 10.000 Unterstützer, die Anteile zu je 1000 Euro zeichnen sollen. Der Beitrag wird fällig, wenn das Projekt mit dem Erzbistum Hamburg fest verabredet ist. Ein prominenter Geldgeber hat sich im „Hamburger Abendblatt“ geoutet: der frühere Bürgermeister von Beust, selbst Protestant. Er wolle einen Anteil von rund 1000 Euro zeichnen, bestätigte Hill. Auch Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD), Katholikin, unterstütze das Vorhaben. Sie werde aber nicht Genossin. Grund hierfür ist offenkundig, dass eine mögliche Interessenkollision mit ihren Amtsaufgaben vermieden werden soll.

Ziel der Initiative ist, alle 21 katholischen Bildungseinrichtungen zu erhalten. Acht davon stehen vor der Schließung. Weil zehn Millionen Euro Genossenschaftskapital den Gesamtbedarf nicht decken werden, sind auch weiterhin Mittel des Bistums und der Stadt vonnöten.

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