Stadtteil Schnelsen : Genetische Untersuchung bestätigt ersten Wolfsriss in Hamburg

Das Tier, das ein Schaf in Schnelsen gerissen hatte, stammt aus einem dänischen Rudel.

shz.de von
08. August 2018, 18:14 Uhr

Hamburg | Erstmals seit der Wiederansiedlung der Wölfe in Deutschland hat in Hamburg ein Jungwolf nachweislich ein Schaf gerissen. Genetische Untersuchungen an dem Anfang Juli im Stadtteil Schnelsen getöteten Schaf hätten nun bestätigt, dass es sich um einem Wolfsriss handelt, teilte die Umweltbehörde am Mittwoch mit. Das Tier stammt aus einem dänischen Rudel, aus dem mehrere Jungtiere auch schon in Schleswig-Holstein nachgewiesen wurden. Auf das Konto des Wolfs geht demnach nicht nur der Riss in Schnelsen; laut Behörde hat er Mitte Juli bei Lutzhorn im Landkreis Pinneberg ein weiteres Schaf gerissen.

Dass Wölfe, die als besonders scheu gelten, einer Großstadt so nahe kommen, ist ungewöhnlich. Jungwölfe verlassen ihr Rudel, um Geschlechtspartner und geeignete Lebensräume zur Gründung eigener Rudel zu finden. Dabei legen sie oft große Strecken zurück.

„Die Umweltbehörde geht nicht davon aus, dass sich der Wolf innerhalb der hamburgischen Landesgrenzen dauerhaft niederließ oder niederlassen wird“, heißt es in der Mitteilung. Selbst in Schleswig-Holstein gebe es bislang nur wandernde Einzelwölfe, ein Rudel habe sich noch nicht etabliert.

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