Schmackhaftes Projekt : Gemeinsam brutzeln unter freiem Himmel

Spaß ist dabei: Open-Köök Ideengeberin Ines Aubert (links) und Projektmanagerin Veronika Bartelt.

Spaß beim Kochen: Open-Köök Ideengeberin Ines Aubert (links) und Projektmanagerin Veronika Bartelt.

In Hamburg eröffnet die ersten Open-Air-Küche. Interessierte können diese übers Internet buchen.

shz.de von
20. Juli 2018, 20:55 Uhr

Hamburg | Eine Küche für alle, zum selber Kochen, umsonst und draußen: In Hamburg wird seit Freitag in der ersten Open-Air-Küche gebrutzelt, gegart und gegrillt. Die Nutzung ist kostenlos, mitzubringen sind nur die Zutaten und Spaß an kollektiver Nahrungszubereitung unter freiem Himmel. 

Zum Startschuss ließ sich am Abend Umweltsenator Jens Kerstan (Grün) in St. Georg den Duft frisch gebratener Würstchen und köchelnder Gemüsepfannen in die Nase steigen. Die Open Köök ist eines von zwölf Bürgerprojekten im längsten Park der Hansestadt, der Horner Geest. Die im Aufbau befindliche Grünachse soll sich nach den Planungen der Umweltbehörde einmal über neun Kilometer vom Hauptbahnhof quer durch fünf dicht besiedelte Stadtteile nach Osten bis nach Öjendorf an der Grenze zu Schleswig-Holstein ziehen.

Nachbarschaft beleben und zusammenbringen

Die Gestaltungsideen zur Belebung des Parks stammen von den Anwohnern selbst. Nach und nach werden die Projekte derzeit umgesetzt, die Open Köök ist die wohl schmackhafteste davon. „Wir wollen die Menschen beim gemeinsamen Kochen und Essen zusammenbringen und die Stadtteile aktivieren“, sagt Ines Aubert, eine der Ideengeberinnen, beim Gemüseschneiden.

Gemeinsam mit ihrer Gruppe „Stiftung Freizeit“ hat die Architektin die Stände der rollenden Küche eigens entworfen und selbst gebaut. Die Einheit besteht aus vier Modulen: Außer einem Grill und einer Station mit Kochplatten gibt es auch eine für Geschirr, Besteck und anderes Kochzubehör sowie eine fürs Abwaschen. „Das ist wie zu Hause in der Küche“, lacht Ines Aubert. „Hinterher wird alles wieder sauber gemacht.“ Die Stände lassen sich mit Klappen verschließen und nach der Benutzung als Block zusammenschieben – als Schutz vor Vandalismus.

Küchenbuchung übers Internet

Die Betreuung der Mobilküche liegt bei Veronika Bartelt, sie sagt: „Wir zeigen den Leuten, wie die Küche funktioniert.“ Und das ist denkbar einfach. Interessierte buchen die Open Köök übers Internet. 100 Euro Kaution werden fällig. Was sie zubereiten wollen, bringen die Nutzer selbst mit, ebenso die Getränke. Das Propangas zum Grillen und Kochen spendiert die Stadt. 

 Zur Premiere zeigte der Berliner Kochkünstler Pepe Dayaw, wie sich am Herd improvisieren lässt, wenn die Zutaten eine Wundertüte sind. Aus den diversen angelieferten Gemüsesorten zauberte der Philippiner mal eben eine sautierte Mungbohnenpfanne. 

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