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Terror in Brüssel : „Gefährdungslage hoch“: Bundespolizei verstärkt Präsenz am Flughafen Hamburg

vom
Aus der Onlineredaktion

Auch auf Hamburg haben die Brüsseler Terror-Anschläge Auswirkungen. Die Flüge nach Brüssel wurden gestrichen.

shz.de von
erstellt am 22.Mär.2016 | 14:59 Uhr

Hamburg | Nach Bekanntwerden die Terroranschläge auf den Flughafen und die Metro in Brüssel verstärkte die Bundespolizei am Dienstag auch am Airport Hamburg die Sicherheitsmaßnahmen. Vor den Terminals fuhren am Vormittag Polizeiwagen auf, drinnen patrouillierten deutlich mehr bewaffnete Streifen als üblich. Die eingesetzten Bundespolizisten trugen dabei umgehängte Maschinenpistolen und schusssichere Westen. Zu Zwischenfällen kam es nicht.

In den Abfertigungshallen in Fuhlsbüttel war die Stimmung zwar gedrückt, jedoch weitgehend gelassen. „Natürlich denkt man darüber nach, wenn so etwas passiert“, sagte die Hamburgerin Rebecca Petersen (35) vor ihrem Abflug nach London. „Aber ich fliege trotzdem.“ Auch andere Passagiere trauerten mit den Opfern von Brüssel, wollten aber ein Zeichen setzen. Dirk Glaser (55) aus der Nähe von Hannover sagte: „Jetzt erst recht. Terror darf sich nicht durchsetzen.“

Wegen der Sperrung des Brüsseler Flughafens wurden ab dem Vormittag alle Verbindungen von der Hansestadt in die belgische Hauptstadt gestrichen. Eine Maschine von Bruselles Airlines hatte Fuhlsbüttel noch um 7.05 Uhr verlassen, die anderen drei geplanten Hin- und die vier Rückflüge wurden vom Flugplan genommen. Das gilt ebenso für die heutigen Verbindungen nach Brüssel, weil der dortige Airport auch am Mittwoch geschlossen bleiben soll. Der übrige Flugverkehr ab Hamburg war nicht beeinträchtigt.

Keine Ausfälle gab es bei der Hamburger Hochbahn. Die Sicherheitsvorkehrungen seien nach dem Bombenattentat in der Brüsseler U-Bahn nicht erhöht worden, sagte ein Sprecher. Fernbusanbieter ab Hamburg haben gestern keine Verbindungen nach Brüssel gestrichen. Bei FlixBus und Eurolines sollen alle Busse planmäßig fahren.

Laut Hamburger Verfassungsschutz bleibt die Hansestadt ein potenzielles Terrorziel. „Die Gefährdungslage ist nach wie vor hoch. Europa und Deutschland stehen seit langem im Fokus islamistischer Terroristen. So hat der IS bereits im Herbst 2014 auch Deutschland als mögliches Anschlagsziel erwähnt“, sagte Torsten Voß, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz. Sein Dienst hat in der Stadt 460 Salafisten registriert, 270 davon gelten als gewaltbereit.

Quer durch alle Parteien verurteilten Hamburger Politiker den Terror von Brüssel. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) twitterte: „Die Nachrichten von den Anschlägen in Brüssel erfüllen uns mit Trauer und Entsetzen.“ Besonders drastisch äußerte sich Cansu Özdemir, Fraktionschefin der oppositionellen Linksfraktion in der Bürgerschaft. Sie schrieb: „Menschen das Leben zur Hölle machen und zu glauben dafür ins Paradies zukommen. Ihr seid so widerlich.“

Hinweise für Belgien-Reisende gibt es hier zum Nachlesen.

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