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Gerechter Welthandel und Klimaschutz : Zivilgesellschaft diskutiert auf C20-Gipfel Forderungen an G20

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Am Montag werden die Forderungen an Angela Merkel überreicht.

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2017 | 15:22 Uhr

Hamburg | Vertreter der internationalen Zivilgesellschaft haben von den Staats- und Regierungschefs der 20 großen Industrie- und Schwellenländer (G20) einen gerechteren Welthandel, mehr Klimaschutz und die Stärkung von Frauen gefordert. Seit Sonntag diskutieren rund 350 Teilnehmer aus 50 Ländern beim sogenannten Civil20-Gipfel (C20) in der Hamburger Hafencity-Universität ihre Positionen, die sie zuvor in sechs verschiedenen Arbeitsgruppen entwickelt hatten. Ein Katalog mit den Forderungen soll am Montag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überreicht werden, anschließend ist eine Podiumsdiskussion mit ihr geplant.

„Die heutige Form von ökonomischer Globalisierung produziert leider zu wenige Gewinner und viel zu viele Verlierer“, sagte der Geschäftsführer des Forums Umwelt und Entwicklung, Jürgen Maier. „Dementsprechend haben wir heute so viel Ungleichheit wie noch nie in der Menschheitsgeschichte. Daran muss sich was ändern.“

Am 7. und 8. Juli treffen sich 19 Staats- und Regierungschefs führender Industrie- und Schwellenländer sowie Repräsentanten der EU in der Hamburger Messe.

Nach Angaben des Kinderhilfswerks Plan International stehen zum ersten Mal bei einem G20-Gipfel entwicklungspolitische Themen ganz groß auf der Agenda. Die Bundesregierung nutzt die deutsche G20-Präsidentschaft, um Wirtschaftsinitiativen für Afrika anzustoßen. „Die Bundesregierung hat ein offenes Ohr für die Anliegen der Zivilgesellschaft“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (Venro), Bernd Bornhorst.

Das zeige auch Merkels Besuch beim C20-Gipfel. In vielen Teilen der Welt werde die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen nicht so ernst genommen. „In zu vielen Ländern und auch in Staaten der G20 sind Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen immer noch Repressionen ausgesetzt“, kritisierte Bornhorst.

Doch wie viel Beachtung werden die Forderungen der Vertreter der Zivilgesellschaft im G20-Abschlusspapier finden? Das Giga-Forschungsinstitut in Hamburg betonte, das Gastgeberland als funktionierende, liberale Demokratie spiele dabei eine wichtige Rolle. „Deutschland ist ein Land, in dem die Menschen Diskussionen schätzen“, sagte die Präsidentin Amrita Narlikar. „Das ist ein sehr geeignetes Umfeld für die Nichtregierungsorganisationen, Gehör zu finden und wirklich Einfluss nehmen zu können.“

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