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Proteste gegen G20 : Was genau geschah in der Schanze? Polizei mit neuer Darstellung

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Die Polizei rückte trotz Plünderungen stundenlang nicht ins Schanzenviertel. Dafür liefert sie eine ergänzte Erklärung.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 10:27 Uhr

Auf der Pressekonferenz der Hamburger Polizei am vergangenen Sonntag ging es auch um die Frage, warum es am Freitagabend mehr als zwei Stunden dauerte, bis die Polizei ins Schanzenviertel eindrang. In dieser Zeit wurden mehrere Geschäfte, ein Rewe-Supermarkt, ein Budni-Drogeriemarkt und die örtliche Sparkassenfiliale zerstört oder geplündert.

 

Einsatzleiter Hartmut Dudde hatte erklärt, die Polizei habe sich einem Hinterhalt ausgesetzt gesehen. Vom Haus Schulterblatt 1 aus hätten Täter die Polizei beworfen. Erst ein „eingegrabenes SEK“, das extra hätte gerufen werden müssen, habe die Lage bereinigen können, sodass weitere Polizeieinheiten ins Viertel einrücken konnten. Dudde erläuterte die Situation anhand der Wärmebildaufnahmen aus einem Hubschrauber. Nachfragen von Journalisten, ob der Zugang nicht von woanders möglich gewesen wäre, wurden nicht abschließend beantwortet.

Laut zeit.de schildert der Pressesprecher der Polizei, Timo Zill, die Lage inzwischen so: Nicht nur auf dem Dach des berüchtigten Hauses Schulterblatt 1 hätten sich Gewalttäter in Stellung gebracht, um Polizisten mit Molotowcocktails und Gehwegplatten anzugreifen – „um Polizisten zu töten“. Zill sagt nun, der Hinterhalt sei „flächig“ gewesen.

Zill sprach gegenüber zeit.de nun auch von Stahlseilen, die gespannt werden sollten, um Polizeifahzeuge zu stoppen. „Diese Stahlseile haben wir auch gefunden“. Dass bislang das Haus Schulterblatt 1 im Fokus der Öffentlichkeit lag, liegt laut Zill nicht an der Darstellung der Polizei, sondern an der Darstellung der Medien.

Allerdings konnte die Polizei laut Einsatzleiter Dudde in das Viertel einrücken, nachdem das Dach Schulterblatt 1 geräumt war. Von „flächendeckend“ hatte Dudde bei der Pressekonferenz nach dem G20-Gipfel weder wörtlich noch dem Sinn nach gesprochen.

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