zur Navigation springen

Linksextreme Krawalle in Hamburg erwartet : Verfassungsschutz warnt: Diese G20-Demos sollten friedliche Protestteilnehmer meiden

vom

Wer gegen G20 protestieren möchte, sollte sich vorab über die Demo informieren - bei einigen kann es zu Gewalt kommen.

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 12:57 Uhr

Hamburg | Autonome, der Rote Aufbau Hamburg oder die Interventionistische Linke - sie alle gelten als linksextrem, gewaltorientiert und mischen bei den Anti-G20-Demonstrationen mit. Hamburgs Verfassungsschutz warnt davor, deren Veranstaltungen zu besuchen. „Der Verfassungsschutz hat überhaupt nichts gegen Versammlungen, im Gegenteil“, sagte Verfassungsschutzchef Torsten Voß. „Allerdings weisen wir ganz deutlich darauf hin, dass es auch von gewaltorientierten Linksextremisten organisierte Veranstaltungen gibt - und an denen sollte man als Demokrat nun nicht gerade teilnehmen.“

Mit ihnen sollte es generell keine Zusammenarbeit geben, egal bei welchem Thema. „Ich sage es ganz deutlich: Dies sind Extremisten, die zum Teil aus taktischen Gründen populäre Themen instrumentalisieren, um auch engagierte Demokraten zu erreichen.“ Insgesamt zählt der Verfassungsschutz in Hamburg 1100 Personen zur linksextremistischen Szene, wobei etwa 650 von ihnen gewaltbereit seien. 500 gehörten dabei zu den Autonomen, rund 110 zu den Antiimperialisten und etwa 40 zu den Anarchisten.

Diese Demos sollten friedliche Protestteilnehmer meiden

Mit Blick auf die geplanten Demonstrationen zum G20-Gipfel am 7. und 8. Juli sagte Voß, dass die autonome Szene rund um die seit bald drei Jahrzehnten besetzte „Rote Flora“ hinter der für den 6. Juli geplanten Demonstration „Welcome to hell“ stecke, auf der bis zu 8000 gewaltbereite Linksextremisten erwartet werden. Gleiches gelte für das geplante „Antikapitalistische Camp“ im Stadtpark.

Die für den 7. Juli geplante „Revolutionäre Anti-G20-Demo“ und das geplante Camp im Volkspark Altona verantworte wiederum der gewaltorientierte „Rote Aufbau Hamburg“. Und die Interventionistische Linke sei in die Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“ am 8. Juli 2017 mit bis zu 100.000 erwarteten Teilnehmern involviert.

Verfassungsschutzchef Voß sieht die geforderten Camps kritisch. „Solche Camps würden den logistischen Unterbau insbesondere auch für auswärtige Linksextremisten bilden.“ Das gelte auch für die bereits in erster Instanz gerichtlich verbotene Veranstaltung „Solidarische Oase Gängeviertel - für grenzenlose Bewegungsfreiheit“. Die für den 4. bis 8. Juli geplante Dauerkundgebung sei von einem Angehörigen der Interventionistischen Linken angemeldet worden, sagte Voß. „Es spricht viel für die Annahme, dass Linksextremisten das Gängeviertel im Kontext von Demonstrationen als Rückzugsraum nutzen wollen.“

Dies sind die angemeldeten Demos zum G20-Gipfel

1. Juli

Spaziergang vom Lohsepark zur Elbphilharmonie, 14 bis 16 Uhr.

2. Juli

Protestwelle G20, Außenalster-Binnenalster-Außenalster, 10 bis 15 Uhr; Protestwelle G20, Rathausmarkt-Heiligengeistfeld, 10.30 bis 17 Uhr.

4. Juli

Solidarische Oase Gängeviertel, Valentinskamp

5. Juli

20 bedeutet Krieg, Neuer Kamp-Sternstraße, 10 bis 22 Uhr; Lieber tanz' ich als G20, Landungsbrücken-Valentinskamp, 17.15 bis 22.15 Uhr; Öffentliche Lesung gegen G20, Tschaikowskyplatz, 11.30 bis 23 Uhr

6. Juli

Bridges to Humanity, Kennedy-Brücke,  07 Uhr; Für eine solidarische Welt gegen G20 (Welcome to Hell), Fischmarkt-Sievekingplatz, 15.30 bis 22 Uhr, Global Citizen Konzert, Barclaycard Arena, 18 Uhr

7. Juli

Infrastructure to the People, Jungfernstieg-Reesedammbrücke, 4 bis 18 Uhr; Kundgebung und Mahnwache: Texte und Zeichen gegen Kriege und Macht, Moorweidenstraße-Edmund-Siemers-Allee, 10 bis 20 Uhr; Solidarität statt G20, Hachmannplatz-Allende-Platz, 10 bis 13 Uhr; One World-One Vibe!, Spielbudenplatz, 16 bis 23 Uhr; Friedensgebet, Baumwall/Stubbenhuk, 18 bis 19 Uhr; Revolutionäre G20-Demo, Reeperbahn-Millerntorplatz, 19.30 bis 0 Uhr; Jugend gegen G20, Besenbinderhof-Deichtorplatz, ab 9 Uhr.

8. Juli

Grenzenlose Solidarität gegen G20, Deichtorplatz-Millerntorplatz, 11 bis 22 Uhr; Internationale Klimapolitik, Hühnerposten-Deichtorplatz, 11Uhr; Hamburg zeigt Haltung!, Dovenfleet-Große Elbstraße, 11.30 Uhr; One World-One Vibe!, Spielbudenplatz, 16 bis 23 Uhr.

9. Juli

No one forgiven – nothing forgotten, Harburger Rathausplatz-Herbert-Wehner-Platz, 12 bis 15 Uhr.

Alle Informationen und Berichte zum G20-Gipfel in Hamburg finden Sie gesammelt auf shz.de/g20.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen