Ausschreitungen in Hamburg : Über drei Jahre Haft – Gericht verhängt hartes Urteil gegen G20-Randalierer

Im Schanzenviertel wurden während der Krawalle beim G20-Gipfel mehrere Geschäfte geplündert. /Archiv
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Im Schanzenviertel wurden während der Krawalle beim G20-Gipfel mehrere Geschäfte geplündert. /Archiv

Der 30-Jährige hat Polizisten mit Steinen beworfen und war an Plünderungen beteiligt. Er war einschlägig vorbestraft.

shz.de von
05. Dezember 2017, 13:52 Uhr

Hamburg | Mit drei Jahren und drei Monaten Gefängnis für einen 30-Jährigen hat Hamburgs Justiz ihr bislang härtestes Urteil gegen einen G20-Randalierer verhängt. Der Angeklagte habe in der Nacht zum 8. Juli in der Sternschanze Polizisten mit Steinen beworfen und Geschäfte ausgeräumt, begründete der Richter am Amtsgericht Hamburg am Dienstag seine Entscheidung. Angesichts der „einschlägigen Vorstrafen“ sei das Verhalten des Beschuldigten dem Gericht unerklärlich und die Höhe der Strafe notwendig.

Der 30-Jährige war bereits vorbestraft, weil er während einer Demonstration in Hamburg Steine auf Polizisten geworfen hatte. Die Vorwürfe zur G20-Randale räumte er vor Gericht ein, bestritt aber eine politische Motivation. Er sei an dem Freitagabend nach Hause gelaufen, die U-Bahn fuhr nicht. In die Krawalle sei er zufällig hineingerutscht. Drogen und die Stimmung auf der Straße hätten ihn enthemmt. Der Staatsanwalt betonte im Plädoyer, er wisse nicht, was schlimmer sei: „politische Überzeugungstäter“ oder „unpolitische Gewaltchaoten“.

Strafmildernd hätten sich unter anderem das Geständnis, die Reuebekundung des Angeklagten und die seit Juli abgesessene Zeit in U-Haft ausgewirkt, erklärte der Richter in der Urteilsbegründung. 

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