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Nach G20-Krawallen : Stadtteilversammlung: Rote Flora stellt sich ihren Nachbarn

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Die Vertreter der Roten Flora standen am Donnerstag rund 800 Anwohnern aus dem Schanzenviertel Rede und Antwort.

shz.de von
erstellt am 21.Jul.2017 | 11:30 Uhr

Hamburg | Die Rote Flora und ihre Rolle während der G20-Proteste wurde in den vergangenen Tagen viel diskutiert. Stimmen werden laut, die eine Schließung des autonomen Zentrums fordern. Es könne nicht toleriert werden, so CDU Fraktionschef André Trepoll, dass es in Hamburg eine logistische Drehscheibe gäbe, um gewalttaten insbesondere gegen die Polizei vorzubereiten.

Um klarzustellen welche Rolle die Flora während der Proteste tatsächlich spielte, haben sich ihre Vertreter am Donnerstag in einer Stadtteilversammlung mit Anwohnern getroffen, um Rede und Antwort zu stehen. Rund 800 Bewohner des Viertels haben das Angebot wahrgenommen und die Stimmung war alles andere als feindselig, berichtet die „Hamburger Morgenpost“.

Sprecher Andreas Blechschmidt stellte klar, dass die Flora an sämtlichen Protesttagen mitgewirkt habe, jedoch nie Veranstalter gewesen sei. Das autonome Zentrum habe lediglich als Info-Point, aber nie als Schlafplatz gedient. Von dort sei keine Gewalt organisiert worden, jedoch habe man eine Sanitätsstation eingerichtet.

Zum Protest selbst sagt er, dass „zum Teil militante Protestformen“ manches Mal unumgänglich seien – die Gewalt aber, insbesondere am Freitagabend in der Schanze, „brandgefährlich“ und „unverantwortlich“ gewesen sei. Dass die Flora noch in der Nacht über das Alternative Medienzentrum eine entsprechende Stellungnahme abgegeben hätte, sei offenbar untergegangen.

Auf die Frage, welche Rolle die Flora bei der Mobilisierung militanter Gruppen gespielt habe, antwortete Blechschmidt, dass die Flora gewusst hätte, dass militante Gruppen nach Hamburg kommen würden, diese wurden jedoch nie von der Flora eingeladen. Vielmehr hätten die G20-Teilnehmer selbst dafür gesorgt, dass Militante sich mobilisieren.

Ebenfalls anwesend war der Flora-Anwalt Andreas Beuth, der in letzter Zeit wegen seiner Äußerungen zu den Ausschreitungen stark kritisiert wurde. Zu der Äußerung „Warum nicht in Blankenese?“ sagte er, er hätte wohl die „falsche Wortwahl“ getroffen - was einen Großteil der Anwesenden zum Lachen brachte, berichtet die Morgenpost.

Weiter stellte Beuth klar, dass es auf jeden Fall eine Disskussion über die Plünderungen und Gewalttaten im Viertel geben müsse. Was die Schließung der Roten Flora angeht, richtete er an den Senat: „Hände weg von der Flora.“

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