zur Navigation springen

Besuch in Hamburg : SPD-Kanzlerkandidat in der Schanze: „Martin, hau ab!“

vom
Aus der Onlineredaktion

Martin Schulz ist auf Wahlkampftour. Im Hamburger Schanzenviertel schlagen ihm nicht nur Sympathien entgegen.

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 10:11 Uhr

Hamburg | SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist am Donnerstag im Hamburger Schanzenviertel von Polizisten und Geschäftsleuten freundlich empfangen worden. Schnell folgte dem Politiker in Begleitung zahlreicher Journalisten aber auch eine Gruppe junger Männer, die ihm zuriefen: „Martin, hau ab!“ und „Verpisst euch!“. Auf die Frage eines Journalisten, wie er auf die Anfeindungen reagiere, sagte der Kanzlerkandidat: „Es überrascht mich nicht, dass Leute dieser Art mich nicht mögen.“

Das Hamburger Schanzenviertel war während des G20-Gipfels Schauplatz schwerer Gewalt.

Bei seinem Rundgang konnte Schulz noch kaputte Schaufensterscheiben und Parolen der Anti-G20-Proteste vom vergangenen Wochenende sehen. „Nein, wir haben kein Verständnis - No OSZE! No G20!“, war an einem Haus in der Schanzenstraße zu lesen. Daneben stand: „Rechtsfreie Zone?!“

Bei einem Besuch am Schauplatz der schweren G20-Krawalle lobte Schulz eine differenzierte Sichtweise von Anwohnern und Polizisten. „Ich würde mir wünschen, dass eine so rationale, durchaus emotionale, auf Verständigung und Dialog ausgerichtete Form der Aufarbeitung würde bundesweit stattfinden“, sagte er. Zuvor hatte der SPD-Politiker mit geschädigten Geschäftsleuten und Polizeibeamten an einem Bürger-Informationsstand gesprochen. Die Beamten hätten auch Leute „aus einem Milieu, das im Moment ganz schön unter Diskussionsdruck öffentlicher Art steht“, in Schutz genommen.

Schulz dankte der Polizei für ihren Einsatz und fügte hinzu: „Ich stelle auch fest, dass wir jetzt mehrere Millionen Polizeipräsidentinnen und Polizeipräsidenten in Deutschland haben, die alles besser wissen.“ Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) habe am Mittwoch mit seiner Regierungserklärung in der Bürgerschaft zur Versachlichung der Debatte beigetragen. Zur Diskussion um die Räumung des linksautonomen Zentrums Rote Flora wollte sich Schulz nicht äußern. Diese Debatte müsse von der Bürgerschaft geführt werden. Zunächst müssten die Hamburger überlegen, wie sie den innerstädtischen Zusammenhalt stabilisierten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen