Gefangene kommen in JVA Kiel : SH verschafft Hamburg Platz für G20-Festnahmen

Hamburg wird während des G20-Gipfels zur Sicherheitszone. Bei den angekündigten Protesten gegen den Gipfel wird es vermutlich zahlreiche Festnahmen geben.
Hamburg wird während des G20-Gipfels zur Sicherheitszone. Bei den angekündigten Protesten gegen den Gipfel wird es vermutlich zahlreiche Festnahmen geben.

In der JVA Kiel wird Platz für 30 „leichtere Fälle“ geschaffen. So soll die Justiz in Hamburg entlastet werden.

shz.de von
12. April 2017, 15:49 Uhr

Kiel/Hamburg | Hamburgs Nachbarländer wollen der Hansestadt zum G20-Gipfel vorübergehend Strafgefangene abnehmen. In Schleswig-Holstein stehe eine Abteilung mit etwa 30 Plätzen in der Justizvollzugsanstalt Kiel zur Verfügung, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Mittwoch. Es werde sich durchweg um leichtere Fälle handeln. Mit der Aufnahme von Gefangenen soll in Hamburgs Gefängnissen Platz für Festgenommene geschaffen werden. In den schleswig-holsteinischen Gefängnissen sind von 1374 Haftplätzen derzeit nach Ministeriumsangaben 1216 belegt.  

Während des Gipfels befindet sich Hamburg im Ausnahmezustand. Es wird erwartet, dass Tausende gewaltbereite Demonstranten aus der linken Szene in die Hansestadt kommen. Die Hamburger Polizei rechnet auch schon weit vor dem Gipfel mit massiven Protesten. Schon seit Wochen brennen immer wieder Autos, darunter auch Polizeiwagen.

Mecklenburg-Vorpommern plant ebenfalls die Aufnahme von Strafgefangenen - und die Verstärkung der Hamburger Polizei. Die Justizvollzugsanstalt Bützow (Landkreis Rostock) nehme für etwa zwei Wochen 20 Strafgefangene aus Hamburger Gefängnissen auf, teilte das Justizministerium in Schwerin mit. Das Land hat den Angaben zufolge rund 250 freie Haftplätze - bei einer Kapazität von insgesamt etwa 1350 Plätzen. Das Innenministerium kündigte an, 80 Bereitschaftspolizisten nach Hamburg zu schicken.

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