Hamburg : Polizei will öffentlich nach G20-Gewalttätern fahnden

Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. /Archiv
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Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. /Archiv

Die Polizei setzt auf Mithilfe: Am Montag sollen Fotos und Videos von mutmaßlichen Tätern veröffentlicht werden.

shz.de von
16. Dezember 2017, 12:45 Uhr

Gut fünf Monate nach den G20-Krawallen wollen die Hamburger Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit einer Öffentlichkeitsfahndung beginnen. Es sollen Fotos und Videosequenzen veröffentlicht werden, auf denen mutmaßliche Gewalttäter zu erkennen sind. Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft will das Vorgehen an diesem Montag (11 Uhr) im Polizeipräsidium erläutern, damit Bürger bei der Identifizierung der Verdächtigen helfen können.

Die Polizei schätzt, dass in den drei Tagen vom 6. bis zum 8. Juli 5000 bis 6000 Täter aktiv waren. Die Soko „Schwarzer Block“ führe 3000 Ermittlungsverfahren, hatte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer Anfang Dezember gesagt.

Der Polizei liegen riesige Datenmengen im Umfang von mehr als zehn Terabyte vor. Neben eigenen polizeilichen Aufnahmen werteten die Beamten Überwachungskameras von Bussen, Bahnen und Bahnhöfen aus. Außerdem hätten Bürger Tausende Dateien auf ein Hinweis-Portal hochgeladen. Bei der Auswertung sollen Geodaten und eine Gesichtserkennungssoftware helfen.

Die für die Öffentlichkeit zugänglichen Aufnahmen seien nach fünf Tatkomplexen geordnet worden, beispielsweise nach Plünderungen oder dem Tatort Elbchaussee, sagte Polizeisprecher Timo Zill.

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