Nach Gipfel in Hamburg : Polizei plant Ausweitung der Foto-Fahndung zu G20

Autonome randalieren im Schanzenviertel während des G20 Gipfels. /Archiv
Autonome randalieren im Schanzenviertel während des G20 Gipfels. /Archiv

Die öffentliche Fahndung nach mehr als 100 mutmaßlichen G20-Gewalttätern ist auf Kritik gestoßen, verläuft aber erfolgreich.

shz.de von
02. Februar 2018, 19:33 Uhr

Hamburg | Die Hamburger Polizei will ihre Öffentlichkeitsfahndung nach Randalierern und Plünderern beim G20-Gipfel im Juli 2017 ausweiten. Es sei die Veröffentlichung von Fotos weiterer Tatverdächtiger geplant, sagte Polizeisprecher Timo Zill. In der Dimension werde die neue Fahndung etwa genauso viele Personen umfassen wie beim ersten Aufruf vom 18. Dezember. Damals hatte die Polizei Fotos von 107 unbekannten Tatverdächtigen auf ihrer Internetseite veröffentlicht. 23 wurden bislang identifiziert.

Gesucht werden soll künftig auch im Ausland. Zu den Einzelheiten konnte Zill noch keine Angaben machen. Auf der Internetseite der Hamburger Polizei sind die Hinweise bereits auch in Englisch zu lesen. Innensenator Andy Grote (SPD) sagte dem „Hamburger Abendblatt“: „Wir arbeiten derzeit daran, mit entsprechendem Bildmaterial auch im europäischen Ausland öffentlich zu fahnden.“ Mit der Aktion betrete man „Neuland“. Die Fahndungsbilder sollen etwa in Spanien und Italien verbreitet werden, so Grote. Aus diesen Ländern seien besonders viele militante Linksextremisten zum G20-Gipfel nach Hamburg gereist.

Der Innensenator verteidigte die Veröffentlichung der Bilder.„Erstmals können sich Täter noch Monate nach Krawallen nicht sicher fühlen“, sagte Grote. Zwischen dem 6. und 8. Juli war es vor allem im Hamburger Schanzenviertel zu gewalttätigen Ausschreitungen, Angriffen auf die Polizei und zur Plünderung von Geschäften gekommen. Insgesamt gibt es nach Polizeiangaben etwa 3000 Ermittlungsverfahren. An der Öffentlichkeitsfahndung hatte es vor allem von der Partei Die Linke Kritik gegeben. Die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke hatte von „Steckbriefen wie zu Zeiten der RAF-Hysterie“ gesprochen.

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