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Krawalle zum G20-Gipfel : Nach SEK-Einsatz am Schulterblatt: 13 in Gewahrsam Genommene wieder frei

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Randalierer hatten die Polizei von einem Baugerüst aus angegriffen. Jetzt wird wegen Landfriedensbruchs ermittelt.

Hamburg | Gegen 13 mutmaßliche Gewalttäter, die von einer Spezialeinheit der Polizei am späten Abend des 7. Juli am Schulterblatt gefasst wurden, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs. Es gehe nun darum, welchen Verdächtigen genau Straftaten nachgewiesen werden könnten und wie die individuellen Tatbeiträge ausgesehen hätten, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Von den 11 Männern und zwei Frauen kämen neun aus Hamburg, darunter auch eine Person mit russischem Pass. Die Nationalität der Vermummten hatte die Polizei mit neun Deutschen und vier Russen angegeben.

An dem SEK-Einsatz in der Schanze gibt es Kritik, weil er nach Auffassung von Beobachtern zu spät erfolgte. So hatte die Polizei hatte die Randalierer in der Straße Schulterblatt zunächst mehrere Stunden lang gewähren lassen, weil sie einen Hinterhalt befürchtete. In dieser Zeit wurden Barrikaden angezündet und Läden geplündert. Erst als das Haus gesichert war, gingen die Kräfte massiv vor.

Die auf dem Höhepunkt der G20-Krawalle im Hamburger Schanzenviertel festgesetzten Tatverdächtigen sind bereits wieder auf freiem Fuß. Sie wurden nach Angaben der Polizei unmittelbar nach Filmaufnahmen mit einer Wärmekamera aus einem Hubschrauber in Gewahrsam genommen, die Angriffe auf die Polizisten mit Gegenständen und einem Molotow-Cocktail zeigen. Schwer bewaffnete Spezialkräfte hatten das eingerüstete Gebäude gestürmt. Eine Unklarheit über den zeitlichen Ablauf sei inzwischen geklärt. Der Einsatzbefehl sei um 23.26 Uhr erteilt worden, die Personen wurden kurz nach 23.43 Uhr in Gewahrsam genommen, hieß es.

Für keine der 13 Personen sei ein Haftbefehl beantragt worden, erklärte Gerichtssprecher Kai Wantzen. Eine Verlängerung der Ingewahrsamnahme scheiterte in fünf Fällen daran, dass die Polizei die 13 Anträge hierfür so kurzfristig einreichte, dass die hoch belastete Nebenstelle des Amtsgerichts Hamburg nicht mehr rechtzeitig vor Ablauf der Frist eine Entscheidung darüber habe treffen können.

Das sei ein Flaschenhals, sagte ein Polizeisprecher. In vier Fällen habe mangels Anhaltspunkten für die Beteiligung an den Gewalttaten die Freilassung angeordnet werden müssen, in weiteren vier Fällen sei die Ingewahrsamnahme bis zum Sonntag beziehungsweise Montag verlängert worden.

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erstellt am 12.Jul.2017 | 10:18 Uhr

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