Twitter, Instagram und Co. : Knuddeln, Yoga, Weltgeschehen: Die G20-Vertreter in den sozialen Medien

US-Präsident Trump auf Twitter – ein Klassiker.

US-Präsident Trump auf Twitter – ein Klassiker.

Der eine nutzt das Sprachrohr Internet für Medienbashing, der andere, um sein Image zu polieren. So präsentieren sich Trump, Modi und Co. ihren Followern.

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06. Juli 2017, 08:46 Uhr

Hamburg | Emmanuel Macron tut es, Theresa May tut es und Donald Trump tut es sowieso: Viele der Staatschefs, die Ende dieser Woche in Hamburg beim G20-Gipfel zusammenkommen, nutzen soziale Netzwerke. Auch die Senioren unter den Staatenlenkern, denn selbst der saudische König (81), ist in mehreren Netzwerken präsent.

Meist twittert Salman ibn Abd al-Aziz - oder das königliche Presseteam - auf arabisch. Auch im Bildnetzwerk Instagram ist der Herrscher zu sehen, allerdings ohne Beleg, dass es sich tatsächlich um einen Kanal des Königshauses handelt. Doch die Bilder zeigen erkennbar Situationen aus dem Alltag König Salmans.

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Meist ist er mit Männern in Militäruniformen zu sehen. Ausnahmen machen unter anderem Bilder von Melania Trump und Theresa May bei diplomatischen Treffen. Neue Fotos vom G20-Gipfel sind nicht zu erwarten: Sein Kommen hat der saudische König kurz vorher abgesagt.

Wenn es ums „Zwitschern“ geht, heißt der „wahre König“ ohnehin Donald Trump. Mehr als 30 Millionen Menschen folgen dem Privataccount des amerikanischen Präsidenten auf Twitter, fast 20 Millionen sind es beim offiziellen Account „@POTUS“ (President of the United States).

Nach eigener Auskunft umgeht er mit dem Kanal „unehrliche Medien“, also solche, die zum Beispiel Kritik an seinem Regierungsstil äußern.

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Dass er die Deutung des Gipfelgeschehens nicht allein Medien überlassen wird, steht daher zu erwarten. Trump, der Vorfahren aus der Pfalz hat, setzt zum ersten Mal als US-Präsident seinen Fuß auf deutschen Boden.

Am anderen Ende der Skala findet sich der türkische Präsident. Auch Recep Tayyip Erdogan hat einen Twitterkanal, misstraut dem Prinzip sozialer Netzwerke aber grundlegend, weil sich Äußerungen dort nicht kontrollieren lassen. Erdogan hasst Twitter, seit dort Tonbandaufnahmen verbereitet wurden, die angeblich Korruption in seinem unmittelbarem Umfeld beweisen. Die Lösung war so einfach wie brachial: Er ließ den Dienst vorübergehend in der Türkei blockieren.

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Wer den Präsidenten bis dahin nur vom Bildnetzwerk Instagram kannte, dürfte erschüttert gewesen sein. Denn im dort grüßt, herzt und schmust Erdogan Greise und Babys, Arme und Reiche - niemand scheint vor präsidialen Liebkosungen sicher zu sein. Oder er fährt keck mit der U-Bahn durch die Gegend. Die Hamburger U-Bahn wird Erdogan zum G20-Gipfel wohl eher meiden - falls nicht, könnte der Instagram-Account „rterdogan“ darüber bald Aufschluss geben.

Betont seriös geben sich EU-Vertreter wie Ratspräsident Donald Tusk oder Kommissionspräsident Jean Claude Juncker. Beide würdigten zuletzt das europäische Vermächtnis des verstorbenen deutschen Altkanzlers Helmut Kohl und erinnerten an das „Friedensprojekt“ Europa.

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„Bitte ändern Sie das politische Klima nicht zum Schlechteren“, versuchte Tusk im Vorfeld des Gipfels sogar Donald Trump auf Twitter von den Vorzügen einer gemäßigten Debattenkultur zu überzeugen.

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Erfrischend anders ist die Twitter-Präsenz des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi. Kein Social-Media-Ereignis hat den Hindu-Nationalisten so sichtbar begeistert wie der „Weltyogatag“ Ende Juni. Fast im Minutentakt teilte er Bilder von Yogagruppen aus aller Welt. Wer mehr über die philosophische Lehre erfahren will, ohne dafür kommerzielle Anbieter bezahlen zu wollen, findet auf der Seite des indischen Ministerpräsidenten alle wichtigen Infos. Zum G20-Gipfel hüllt er sich dafür bislang in Schweigen.

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Gegen Modri wirkt der Internetauftritt von Angela Merkel fast träge. In ihrer Funktion als Kanzlerin überlässt sie das Twittern ihrem Sprecher. Auch auf Facebook und auf Instagram gibt sich die Kanzlerin staatstragend. Eins der letzten Bilder auf dem Instagram-Kanal, der von Fotografen der Bundesregierung befüllt wird, ist wenige Tage vor dem Gipfeltreffen entstanden. Es zeigt die Kräne im Hamburger Hafen. Die Symbolik ist einfach: Die Kanzlerin ist da, die Herausforderungen wiegen schwer, aber wir schaffen das.

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