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Krawalle beim G20-Gipfel : Geplünderte Budni-Filiale im Hamburger Schanzenviertel macht Samstag wieder auf

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Der während des Wochenendes entstandene Schaden für die Drogeriekette beläuft sich auf rund 1,1 Millionen Euro.

Hamburg | Die bei den G20-Krawallen zerstörte Budni-Filiale in der Hamburger Straße Schulterblatt soll am Samstag provisorisch wieder öffnen. Das kündigte der Geschäftsführer der Hamburger Drogeriekette Budnikowsky, Cord Wöhlke, am Montag an. Bis zur kompletten Neueröffnung könne es Mitte August werden, schätzte Wöhlke. Da die Fassade unter Denkmalschutz stehe, müsse die Rückmeldung des Denkmalschutzamtes abgewartet werden.

Den Schaden von den Zerstörungen sowie durch Umsatzausfälle auch in weiteren Filialen, die wegen des G20-Gipfels weniger Zulauf hatten, bezifferte das Unternehmen nach ersten Schätzungen auf rund 1,1 Millionen Euro.

Cord Wöhlke steht in der zerstörten Hamburger Budnikowsky-Filiale.
Cord Wöhlke steht in der zerstörten Hamburger Budnikowsky-Filiale. Foto: Christian Charisius

„Was geschehen ist, hat mich erschüttert“, bekräftigte Wöhlke am Montag. „Aber in diesen schweren Stunden hat der Zusammenhalt der Hamburger untereinander mich zugleich tief beeindruckt.“ Wöhlke dankte für die gegenseitige Hilfe im Schanzenviertel.

In der Filiale am Schulterblatt waren nicht nur die Verkaufsräume, sondern auch die dahinter liegenden Büroräume zerstört worden. „Es gibt keinen Raum, der heil geblieben ist. Das ist das, was uns so sprachlos macht“, berichtete Budni-Ladenbauerin Jasmine Büttner.

Unterdessen forderten Hamburger Einzlhändler Entschädigung für ihre Umsatzeinbußen. In einem Schreiben an Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), der dem Sender NDR 90,3 vorliegt, verlangen sie demnach einen Ausgleich. Allein die Geschäfte in der Innenstadt hätten während des Gipfels Umsatzeinbußen in Höhe von rund 18 Millionen Euro gehabt. In diesen Kosten noch nicht mit eingerechnet seien die Schutzmaßnahmen. Viele Geschäfte hatten ihre Fassaden mit massiven Holzbrettern vernagelt und Sicherheitspersonal vor dem Eingang postiert.

Für die entgangenen Einnahmen fordern die Händler zwei zusätzliche verkaufsoffene Sonntage im Dezember. Die Furcht vor Krawallen hätten die Kunden davon abgehalten, in die Innenstadt zu fahren. Einige Geschäfte konnten nicht öffnen, weil ihre Mitarbeiter zu viel Angst hatten, zur Arbeit zu fahren. Den Brief unterschrieben haben Citymanagerin Brigitte Engler, der Handelsverband Nord und der Verband der Mittel- und Großbetriebe.

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erstellt am 10.Jul.2017 | 16:37 Uhr

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