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Krawallle auf der Hamburger Schanze : G20-Randalierer zu einem Jahr und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt

vom

Der 19-Jährige hatte mehrfach Polizisten mit Flaschen angegriffen. Das Gericht blieb mit seinem Urteil deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 07:18 Uhr

Hamburg | Im vierten Prozess um die Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel ist ein 19-Jähriger zu einer Jugendstrafe in Höhe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, werde das Gericht dem Jugendstrafrecht entsprechend in sechs Monaten entscheiden, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag auf Anfrage. Außerdem müsse der junge Mann zehn Arbeitsleistungen mit jeweils sechs Stunden erbringen.

Nach Überzeugung des Amtsgerichts St. Georg hat sich der junge Mann, der seit dem 8. Juli in Untersuchungshaft saß, wie von der Staatsanwaltschaft angeklagt der versuchten gefährlichen Körperverletzung, des schweren Landfriedensbruchs und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig gemacht. Ihm wurde vorgeworfen, sich am Abend des 8. Juli im Schanzenviertel mit 10 bis 15 Menschen zusammengetan zu haben, um gezielt Polizisten anzugreifen. So habe er Flaschen auf Beamte geworfen und umstehende Personen aufgefordert, es ihm nachzutun.

Nach Angaben des Gerichtssprechers war der junge Mann teilweise geständig, habe zwei Flaschenwürfe eingeräumt, obschon es vermutlich vier gewesen seien. Auch sei das Gericht davon ausgegangen, dass der Angeklagte an dem Abend zumindest aufwieglerische Gesten gemacht haben soll. Dass er das auch mit Worten gemacht habe, sei jedoch nicht eindeutig zu klären gewesen. Das Gericht blieb mit seinem Urteil deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die eineinhalb Jahre Jugendstrafe ohne Bewährung verlangt hatte. Die Verteidigung beließ es mit dem Wunsch nach einer „maßvollen Jugendstrafe auf Bewährung“.

Das G20-Verfahren gegen den 19-Jährigen war das erste, das nach Jugendstrafrecht verhandelt wurde. In den anderen drei bislang gelaufenen Verfahren verhängten die Gerichte Freiheitsstrafen von sechs Monaten auf Bewährung bis zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten gegen einen 21-Jährigen aus den Niederlanden.

Bereits am Donnerstag steht der fünfte Prozess an. Dann dreht es sich vor dem Amtsgericht Hamburg um einen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung.

So wird einem Schweizer vorgeworfen, in der Nacht vom 5. auf 6. Juli in der Innenstadt Flaschen auf Polizisten geworfen zu haben. Er habe aber nicht getroffen. Als er wenig später von Passanten zur Rede gestellt worden sei, weil er auf einer Kreuzung Flaschen weggetreten habe, soll der Mann mehrfach auf einen Passanten eingeschlagen haben.

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